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Weihnachtsgeschichte 2014: Ein durchstartendes Weihnachtsfest

Ollis lustige Weihnachtsgeschichte 2014 - Ein durchstartendes WeihnachtsfestEin friedliches Weihnachtsfest bei der Familie Staude? Auch wenn Mutter Christa dieses gehofft hat, es kommt immer anders als man denkt. Aber lesen Sie selbst unsere lustige Weihnachtsgeschichte 2014:

Der Ausblick

Nach dem es im letzten Jahr bei der Familie Staude, obwohl doch eigentlich alles ganz anders geplant war, zu viel Trubel gekommen war, fasste Mutter Christa in diesem Jahr einen Entschluss. Sie eröffnete im April ihrem Mann Arno, dass sie mit den Traditionen brechen wollte.

Sie wollte weder, dass Arno gemeinsam mit dem ältesten Sohn Malte bereits im Mai einen Weihnachtsbaum aussuchte, noch, dass in dreifacher Ausführung das Weihnachtsessen, Spaghetti und Soße bereits im Sommer besorgt werden sollte. Beibehalten wollte aber, dass die ganze Familie am Heiligen Abend zusammen sein sollte. Da waren noch die älteste Tochter Sabine deren Dauerfreund Chris, der jüngste Sohn Alex, die jüngste Tochter Anna, die Hausgans Staude, der Hund Stromer. Und natürlich sollten Oma Erna und Opa Franz anreisen. „Wenn du das möchtest, von mir aus.“, entgegnete Arno. Er war zwar verwirrt über den Meinungsumschwung seiner Frau, aber wenn sie es denn wünschte, dann sollte es so sein.
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Alles anders

Den Kindern wurde die neue Planung für den Heiligen Abend im Sommer eröffnet. Anlass war ein Grillfest, welches zum Abschied von Sohn Alex veranstaltet wurde. Er hatte tatsächlich einen Studienplatz in Greifswald angenommen. Seine Entscheidung war begründet auf ein Stipendium, eine vorzügliche Internetversorgung und der Tatsache, dass er nicht genau wusste, wo Greifswald lag. Alex verbrachte viel Zeit, eigentlich den ganzen Tag, vor dem Computer. Vor allem sein Bruder Malte hatte große Zweifel daran, dass er dort klar kommen würde. Seine Schwestern machten sich darüber keine große Sorgen. Sabine und ihr Freund Chris hatten gerade ein neues Projekt gestartet.  Die beiden hatten ein kleines Ladenlokal gemietet und wollten dort selbstgemachte Kuchen und Torten verkaufen. Obwohl beide vom Backen keine Ahnung hatten, war das ihr neuester großer Traum. Vater Arno wusste genau, dass die beiden damit keinen Erfolg haben würden, aber er wusste auch, dass Oma ihre Enkelin erneut reichlich gesponsert hatte. Anna hatte im Sommer den Entschluss gefasst, sich als Stewardess zu verdingen. Da sie sehr hübsch war und auch die anderen Kriterien für die Einstellung erfüllte, bekam sie sofort einen Job bei einer Fluggesellschaft. So nahm die Familie also den Entschluss von Christa zur Kenntnis. Das Grillfest als solches verlief ohne weitere Schwierigkeiten.  Die Familie erfreute sich an dem Gegrillten und nur Oma hatte Schwierigkeiten,  das Fleisch zu schneiden. Sie bekam nur Plastikgeschirr.  Alle wussten, dass sie mit der Entscheidung ihrer Tochter, mit Staude eine Gans als Haustier, ja als Familienmitglied, in dem Haus leben zu lassen, überhaupt nicht einverstanden war. Wieder und wieder hatte sie versucht, die gemütliche Gans Staude um die Ecke zu bringen. Aus diesem Grund wurden immer Sicherungsmaßnahmen ergriffen, wenn sie zu Besuch kam. Einer ausgiebigen Kontrolle des Gepäcks schloss sich regelmäßig eine Leibesvisitation an. Auch dieses Mal wurden dabei mehrere Hieb- und Stichwaffen zu Tage gefördert. Da nicht auszuschließen war, dass Erna dennoch Versuche unternehmen würde, die Gans zu packen und möglicherweise direkt auf den Grill zu legen, zuzutrauen war ihr das, achteten Opa Franz Arno und Malte genau auf Staude. Auch Stromer, die Promenadenmischung, wich keine Sekunde von seinem Freund. Mit vereinten Kräften schafften sie es, diesen Besuch von Oma und Opa friedlich verlaufen zu lassen.

 

Die Bäckerei

Bereits einen Monat nach Eröffnung der Konditorei von Sabine und Chris stelle Arno fest, dass Christa abends regelmäßig nicht zu Hause war, wenn er von der Arbeit kam. „Wo bis du eigentlich ständig?“, fragte er sie. „Ach weißt du“, entgegnete sie, „ich helfe immer so lange im Geschäft aus, weil die beiden doch damit beschäftigt sind, die Spezereien auszuliefern.“ „So, so. Dann läuft das Geschäft also so gut?“, wunderte sich Arno. Er hatte seine begründeten Zweifel. Durch Zufall nämlich hatte er erfahren, dass Oma die beiden monatlich reichlich alimentierte.  Opa Franz hatte das in einem letzten Telefonat beiläufig erwähnt. Allerdings wollte Arno dies Christa eigentlich nicht sagen, sie war so stolz auf ihre Tochter und auch auf den Fast-Schwiegersohn, dass sie gar nicht merkte, wie viel Zeit sie eigentlich in dem Geschäft verbrachte und dass sie zu Hause zu gar nichts mehr kam. „Sag mal“, fragte er scheinheilig, „wann backen die beiden eigentlich ihre Leckereien?“ „Anfangs haben die beiden das noch selber gemacht. Aber vor einigen Wochen meinten sie, dass sie sich verstärkt um die Vermarktung kümmern müssen. Seit dem fahre ich schon immer vormittags in die Backstube und backe.  Außerdem haben die beiden eine Küchenhilfe und eine Hilfe für den Verkauf eingestellt. Der Laden brummt.“ , antwortete Christa. Ihr war noch gar nicht aufgefallen, dass die beiden wesentlich mehr verkauften, nachdem sie das Backen übernommen hatte. Doch Arno fiel das auf. Er konnte sich auch schon denken, woran das lag. Er wusste, dass Christa vorzüglich backen konnte. Für ihn war der Fall klar. „Na das ist ja alles interessant.“, murmelte er vor sich und entschloss, der Sache auf den Grund zu gehen.

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Der Plan

Arno wollte sich allerdings zunächst davon überzeugen, ob er wirklich Recht hatte und heckte einen Plan aus. Da er auch wusste, wie sehr seine Frau Weihnachten mochte, buchte er heimlich ein verlängertes Wochenende in einem romantischen Hotel im Erzgebirge und überraschte Christa damit einen Tag vor der Abfahrt. „Ach ist das schön!“, rief sie aus. „Aber wer soll sich denn um das Geschäft kümmern? Die beiden haben gerade wieder sehr viel Promoarbeit zu erledigen.“ „Keine Bange.“, entgegnete Arno, „ich habe Malte gebeten, in der Zeit hierher zu kommen. Er muss sich dann eh um Staude und Stromer kümmern, nebenbei kann er dich dann auch im Geschäft vertreten.“ Malte studierte noch immer Jura. Dieses nun schon seit Jahren. Obwohl alle fest davon ausgingen, dass er das Studium nicht betrieb, beteuerte er immer wieder, dass er mit vollem Einsatz dabei war. Ergebnisse allerdings konnte er nie vorzeigen. Arno und Christa war das mittlerweile auch egal. Die monatlichen Zahlungen hatten sie schon seit langem eingestellt und dennoch schien er über die Runden zu kommen. Seine Eltern ahnten es und tatsächlich lag es daran, dass Oma, die sehr vermögend war, ihn regelmäßig unterstützte. Sie mochte ihre Enkel und sie hatte Freude daran, diese zu unterstützen.  So kam es, dass Malte anreiste und sich den Weg zu der Konditorei erklären ließ. Christa rief noch bei Sabine an, um ihr das mitzuteilen, allerdings nahm sie den Hörer nicht ab. „Naja, die werden schon zurecht kommen“, sagte sie und stieg voller Vorfreude auf die Engel, Räuchermännchen, Holzpyramiden, Nussknacker und sämtlichen weiteren Tinnef und Tand, der im Erzgebirge angeboten wurde, zu Arno in das Auto und beide brausten los. Malte nahm Stromer und Staude an die Leine, und die drei machten sich auf den Weg zum Geschäft. In der Kleinstadt war dieser Anblick nicht mehr ungewöhnlich. Auch Arno ging regelmäßig mit den beiden Gassi. Beim Geschäft angekommen, befestigte er die Leinen vor der Tür. immerhin sollte man eine Gans und einen Hund nicht unbedingt mit in eine Backstube nehmen. Dann stellte Malte fest, dass nur die Küchenhilfe da war. Erfreut bemerkte er, dass es eine Freundin von Anna war. Merle. Merle wusste nicht so recht, was sie eigentlich machen sollte und hatte daher den Job als Küchenhilfe angenommen. Die größte Motivation waren allerdings drohende Sanktionen des Job Centers gewesen. Mit Herzblut war sie nicht dabei.

Malte und Merle

Bislang war es nicht aufgefallen, dass Merle für die Arbeit in der Konditorei denkbar ungeeignet war. Christa hatte so das Kommando übernommen, dass Merle nur Zulieferarbeiten ausführen musste. Das konnte sie, vom Backen aber hatte sie keine Ahnung. Nun standen also zwei Ahnungslose in der Backstube, denn freilich hatte auch Malte keine Ahnung vom Backen. An diesem ersten Tag, einem Donnerstag fiel das noch nicht sehr auf. Christa hatte vorgebacken und so konnte die andere Aushilfe die Waren verkaufen. Obwohl Merle, die genau so hübsch war, wie ihre Freundin Anna, deutlich jünger als Malte war, fiel sie Gefallen an ihm. Andersherum war es sowieso so. Malte warf sich ins Zeug und flirtete so gut er nur konnte. Sein Werben wurde erhört und so kam es, dass die beiden an dem Freitag in der Backstube nur herumalberten, den Arbeitsplatz vorzeitig verließen und am Samstag erst sehr spät, gemeinsam, in das Geschäft kamen. Die Verkaufsaushilfe war aufgebracht. „Was soll ich denn nur verkaufen?“, klagte sie. „Ihr habt überhaupt nichts zustande bekommen! Nur das hier!“ Wütend hielt sich dabei ein mit gutem Willen als herzförmig zu bezeichnendes Lebkuchenteil hoch. Die beiden kicherten. Immer noch wütend versuchte die Verkäuferin Sabine und Chris zu erreichen. Die beiden sollten in Salzburg auf einer Messe für Mozartkugeln sein. Doch sie erreichte keinen der Beiden. „Was soll ich denn nun machen? Ich kann heute nichts verkaufen!“, rief sie aus. Nun wurde auch Merle und Malte der Ernst der Lage bewusst. Dennoch eine Lösung hatte keinen von beiden. Trotzig schob die Verkäuferin die beiden hinter die Theke. „Nun könnt ihr beiden Turteltauben diesen Mist verkaufen und ich versuche noch etwas für heute Nachmittag zu retten.“ Mit diesen Worten verschwand sie in der Backstube. Merle  und Malte versuchten an die Kunden ihren Lebkuchen zu verkaufen. Mit niederschmetternden Ergebnis. Auch die Erzeugnisse der Verkäuferin kamen bei den späteren Kunden nicht an. Der Tag sollte als erster schwarzer Samstag in die Geschichte der Konditorei eingehen, aber auch als erster rosaroter, und leider zunächst letzter, Samstag in die Geschichte von Merle und Malte eingehen.

 

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Im Erzgebirge

Christa ahnte nicht, was sich zu Hause abspielte, als sie von einem Geschäft in das andere lief und Arno bereits mit vielen Tüten beladen hatte. Sie war entzückt über die riesige Auswahl von Weihnachtsartikeln und konnte gar nicht genug bekommen. Arno verfluchte bereits leise, dass er diese Idee gehabt hatte.

Dann allerdings kamen die beiden zu einem Geschäft, welches nur leuchtende und sich bewegende Weihnachtsdekoration für den Außenbereich anbot. Vor ein paar Jahren hatten die beiden begonnen, das Haus und das Grundstück zu schmücken. Sie gewannen damit Preise und handelten sich Ärger mit den Nachbarn ein. Nun fiel den beiden auch auf, dass sie noch gar nicht darüber gesprochen hatten, ob denn auch die Deko in diesem Jahr den Neuerungen zum Opfer fallen sollte. Christa war so begeistert über die Neuerungen, die hier angeboten wurden, dass sie darauf dann doch nicht verzichten wollte. Schnell lag eine Vielzahl von Produkten auf dem Tresen und der Verkäufer begriff, dass er hier das Geschäft seines Lebens machen konnte. „Sie scheinen sich sehr gut auszukennen bei der Außendekoration und Geschmack haben sie auch.“,  man merkte an diesen Worten, dass er ein guter Verkäufer war, „ich habe da noch etwas ganz besonders, nur für gute Kunden.“ Mit diesen Worten führte der Verkäufer die beiden in ein Hinterzimmer. Dort stand ein riesengroßes Paket. Die Aufschrift war chinesisch und nur bei entsprechenden Sprachkenntnissen konnte man erkennen, dass dieses Produkt nur in einem kaum bekannten Staat der ehemaligen Sowjetunion zugelassen war- nicht einmal in China selbst. Doch auch das hätte die beiden nicht gestört, wo begeistert waren die Beiden von dem Produkt. Schnell wurde man sich handelseinig und der Verkäufer versprach, sich um den Transport zu kümmern.
Christa und Arno verbrachten noch eine schöne Zeit im Erzgebirge und wussten noch nicht, was sie noch erwarten sollte.

Ein Desaster

Am Montag ging Christa vergnügt in die Backstube und traf auf eine niedergeschlagene Verkäuferin, eine unbeteiligt tuende Merle und einen verklärt grinsenden Malte. „Das Wochenende war eine Katastrohe!“, rief die Verkäuferin aus. „Ihr Sohn und die feine Merle sind zu gar nichts zu gebrauchen!“ Heulend berichtete sie von den Geschehnissen. Gerade als Christa einige aufgebrachte Kunden beruhigen wollten, die sich noch einmal beschweren wollten, kamen Sabine und Chris in das Geschäft. Sie waren auffällig gut gebräunt. „Na hoffentlich konntet ihr wenigstens ein paar neue Ideen in Salzburg sammeln?“, fragte Christa schnippisch. „Wieso ward ihr denn telefonisch überhaupt nicht zu erreichen?“ „Ja“, stammelte Chris, „Salzburg. Äh. Ja. Ganz mieses Mobilfunknetz dort.“ Sabine schaffte es gerade noch rechtzeitig, ohne dass die anderen es sehen konnten, die Banderole von ihrer überdimensionierten Handtasche zu entfernen. So verbarg sie, dass die beiden in Wirklichkeit das Wochenende auf Mallorca verbracht hatten.
Schnell waren die Schuldigen gefunden. Merle wurde entlassen. Malte ohne Dank zurück in seine Studentenbude geschickt. Das war dann auch das Ende für die beiden. Das Job Center schickte Merle als Stewardess auf ein Kreuzfahrtschiff und so sahen sich beiden erst einmal nicht wieder.
Christa legte sich ins Zeug und buk was der Herd hergab. So gelang es ihr das Vertrauen der Kunden zurückzuholen. Allerdings berichtete sie Arno von den Vorkommnissen und er führte seinen Plan weiter aus.

Überführt

Arno hatte sich in weiser Vorahnung ein paar Tage mehr Urlaub genommen. Christa wusste davon allerdings nichts. Am Dienstagmorgen verabschiedete er sich wie gewohnt zur Arbeit und fuhr direkt zu der Wohnung von Sabine und Chris. Zwar hatten die beiden gestern Nachmittag noch beteuert, sich nun mit vollem Einsatz um das Geschäft zu kümmern, noch am selben Abend jedoch rief Sabine bei ihren Eltern an und bat, dass Christa doch wieder die volle Schicht machen sollte. Sie hätten kurzfristig die Einladung zu einem Treffen mit einem möglichen Geschäftspartner erhalten. Christa war so stolz auf ihre Tochter, dass bei ihr kein Argwohn aufkam, nicht so bei Arno.

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An der Wohnung angekommen, sah er gerade noch, wie die Sabine und Chris gut gelaunt in ihr Auto einstiegen. Ihn wunderte es nicht, dass die beiden Freizeitkleidung trugen. Er verfolgte die beiden und sie fuhren an mehreren Hotels vorbei, in denen ein Treffen möglich gewesen wäre. Doch die Fahrt endete an einem großen Freizeitbad mit Saunalandschaft und Wohlfühlparadies. Unter einem Vorwand gelang es ihm trotz fehlender ordnungsgemäßer Kleidung in das Innere hineinzukommen. Nach kurzer Suche fand er seine Tochter und den ungeliebten Fast-Schwiegersohn im Spa-Bereich. Sie saßen entspannt in einer großen Wanne, gefüllt mit teurem Heilschlamm aus Ägypten und hielten jeder ein Glas mit Champagner aus Frankreich in der Hand. Schnell holte er sein Mobiltelefon raus und schoss einige Beweisfotos. Dann trat er auf beide zu. „So, so, hier treibt ihr euch also rum, während die anderen arbeiten.“, sagte er enttäuscht. „Aber Papa? Was machst du denn hier?“, stammelte sie. „Wir warten hier auf einen Geschäftspartner.“, Chris schaltete schnell und glaubte auch, dass der Arno damit überzeugen konnte. Doch damit hatte er keinen Erfolg. „Ich erwarte von euch heute Nachmittag eine Erklärung und eine Entschuldigung. Von nun an will ich euch im Geschäft arbeiten sehen.“

Das Weihnachtsfest naht

Christa hatte entschieden, dass es dieses Jahr am Heiligen Abend ein ganz besonders Essen geben sollte. Sie hatte bereits im Oktober ein Stück Braten eines japanischen Rindes bestellt. Dieses sollte Mitte Dezember geliefert werden. Dann, so versprach die Verkäuferin bei dem Schlachter, könne sie dieses im Kühlschrank aufbewahrt werden konnte. Das Fleisch werde dann so zart, dass es ein wahrer Gaumenschmaus werden sollte. Mittlerweile musste Christa in der Konditorei tatsächlich nur noch aushelfen. Das Donnerwetter hatte so gesessen, dass es Arno sogar gelungen war, Chris an die Arbeit zu bekommen. Auch das Paket mit der neuen Weihnachtsbeleuchtung war eingetroffen. An dem Samstag vor dem ersten Advent wurde die Beleuchtung aufgebaut. Arno hatte hierzu Malte nach Hause zitiert. Auch Chris sollte helfen. Er erschien zwar auch, aber wieder zeigte sich, dass er für einige Arbeiten nicht geschaffen war. Er schwang große Worte, versuchte zu organisieren und doch machten Arno und Malte die Arbeit alleine. Am späten Abend dann war es geschafft. Die Männer stoßen mit einem heißen Punsch an, erfreuten sich an dem einsetzenden Schneefall und freuten sich auf die ersten Advent, wenn an allen Häusern in der Nachbarschaft gleichzeitig die Beleuchtung angeschaltet wurde.

Der erste Advent

Pünktlich um 17.00 Uhr traf sich die Nachbarschaft auf der Straße vor den Häusern. Jeder hatte eine Fernbedienung in der Hand und auf ein Zeichen hin drückten alle gemeinsam auf ihren Knopf. Die Straße erfüllte sich in gleißendes Licht. Die Stadtwerke waren auf dieses Spektakel eingestellt. Es wurde etwas mehr Leistung in die Stromleitungen gespeist und so kam es zu keinen nennenswerten Stromausfällen in der übrigen Stadt. Erfahrene Teilnehmer wussten, was sie erwartete und setzten vorher Sonnenbrillen auf. Dieses Mal war das besonders wichtig, denn vor allem die neue Beleuchtung von Arno übertraf alles bisher Dagewesenes.  Das ganze Gebilde war ca. vierzig Meter lang und bestand aus zwei leuchtenden Kabeln, die durch den Vorgarten über das Dach bis zu dessen Ende gespannt waren. Dort befand sich ein etwa sieben Meter großer Schlitten mit Weihnachtsmann und Rentieren. Der Aufbau war recht einfach gewesen, das Ergebnis dafür umso so beeindruckender. Ein Raunen ging durch die Menge. Arno und Christa hatten damit alle übertroffen. Die örtliche Presse riss sich um die Dekoration. Gerade allerdings als Christa ein Interview gab, passierte etwas Ungewöhnliches. Es wurde plötzlich unheimlich laut. Erschrocken wandten sich alle Blicke in den Himmel und was die Menge dort erblickte verstörte sie doch sehr. Das Geräusch war das Grollen eines Flugzeugs. So tief folgen die Maschinen hier normalerweise nicht. Doch dieses kam immer wieder runter und immer näher. Noch in ausreichender Höhe, doch auch bedrohlich nahe, erkannte der Pilot, dass es sich bei den Lichtern nicht um das Leichtfeuer der Landebahn handelt, sondern um eine außergewöhnliche Weihnachtsdekoration. Mit lautem Heulen startete das Flugzeug durch und der Spuk war vorbei.

Die Polizei rückt an

Die Nachbarn und Christa und Arno hatten den Schreck noch nicht ganz überwunden, da wurde es schon wieder laut. Dieses Mal allerdings kam der Krach von der Straße und es handelte sich um eine kleine Armada von Polizeifahrzeugen. Mit Blaulicht, Tatütata und quietschenden Reifen hielten sie vor Arnos Haus. Wild und aufgeregt sprachen sie auf ihn ein und forderten ihn auf, die neue Lichtinstallation sofort auszuschalten. Tatsächlich hatte der Pilot diese für das Leuchtfeuer gehalten und seinen Irrtum gerade noch rechtzeitig erkannt. Arno versuchte zu beschwichtigen und zu beruhigen. Allmählich gelang ihm dieses auch. Nachdem er den Stecker der Dekoration gezogen hatte und versprochen hatte, dass er diese nicht mehr anschließen würde, fuhren bis auf ein Polizeiwagen alle ab. Es blieben zwei junge Polizisten zurück, die den Fall aufnehmen sollten. Gerade als sie seine Personalien aufnehmen wollten, kam Anna nach Hause. „Stellt Euch mal vor“, prustete sie drauf los, „Fast wären wir abgestützt. Irgendein Idiot hat einen Flughafen nachgebaut, oder so. So genau weiß ich das auch nicht, aber es war echt knapp! Was ist denn hier eigentlich los?“, erst jetzt bemerkte sie, was um sie herum los war. Als die beiden Polizisten ihr erklärten, dass ihr Vater der Idiot war, schaltete sie, sehr zur Verwunderung von Arno, sofort. Sie legte sich mächtig ins Zeug, flirtete hemmungslos drauf los. Am Ende des Abends hatte sie damit Erfolg. Sie schaffte es beide so zu verwirren, dass die beiden vergaßen das Beweismittel zu sichern. In der Nacht entsorgten Arno und Malte das chinesische Teufelszeug und Arno kam glimpflich aus der Nummer raus. Als er am nächsten Tag noch bemerkte, dass das Flugzeug doch so tief geflogen war, dass es durch bei dem Durchstarten eine solche Luftverwirbelung erzeugt hatte, dass eine Spitze seiner hohen Tanne geköpft wurde, freute er sich darüber, dass er so immerhin zu dem diesjährigen Weihnachtsbaum gekommen war.

In der Weihnachtsbäckerei

Eigentlich dachte Christa, dass sie nun genug Aufregung vor dem Fest erlebt hatten, eigentlich wollte sie das doch alles verhindern. Und doch sollte sie noch einiges erleben müssen. Es war der Tag vor dem Weihnachtsfest. Die Konditorei von Sabine und Chris brummte, sehr zu deren Leidwesen, denn das war mit Arbeit verbunden, wie verrückt. Teig wurde geknetet, Torten verziert. Alle waren in vollem Einsatz. Auch Malte wurde gebeten, zu helfen. Er kam dem gerne nach, vor allem weil er wusste, dass auch Merle da sein würde. Sie hatte Urlaub und angeboten, ebenfalls mitzuhelfen. So kam es, dass er sich, Staude und Stromer im Schlepptau, auf den Weg machte. Als er die Backstube erreichte geschah es. Vor lauter Vorfreude auf Merle vergaß er die beiden draußen anzubinden. Nun geschah zweierlei zeitgleich. Merle und Malte fielen sich in die Arme und Staude machte sich mit riesigen Geschnatter und Staude mir freudigen Bellen über die Leckereien in der Backstube her. Keinem gelang es, die beiden aufzuhalten. Nachdem sich dann nach einigen Minuten der Nebel aus Mehl, Mandelkernen, Zitronat, Schokostreuseln und Marzipan gelegt hatte, bot sich allen ein Bild des Grauens. Die gesamte Produktion, alles Bestellungen für Weihnachten, waren zerstört. Christa war fertig mit der Welt. Sie wusste, das Ende der Konditorei war besiegelt. Sabine und Chris hingegen war das Chaos wohl nicht Unrecht. Sie wussten, dass sie nun endlich die ungeliebte Arbeit aufgeben konnten, denn von diesem Rückschlag würde sich die Konditorei nicht mehr erholen. Was am Ende keiner mehr bemerkte, in all dem Chaos hatte sich die Kühlschranktür geöffnet und wurde nicht mehr verschlossen. Die fehlende Kühlung sollte dem argentinischen Fleisch nicht gut bekommen.

Der Heilige Abend

Malte und Arno hatten den Baum aufgestellt. Sabine und Chris hatten ihn geschmückt. Christa hatte dazu noch keine Kraft. Hinzu kam noch, dass sie weder von Alex noch von Oma und Opa wusste, wann diese endlich eintreffen würden. Zu beiden bestand seit einigen Tagen kein Kontakt. Aufgeregt lief sich auf und ab. Gegen halb vier wurde sie dann erlöst. Annas Auto hielt vor dem Haus und neben Alex quälten sich auch Oma und Opa aus dem Auto.
Christa ging nun beruhigt in die Küche und stellte dort fest, dass sie in der gestrigen Aufregung das Fleisch in der Konditorei vergessen hatte. Sie schickte Malte los, um es zu holen. Doch dieser kam mit einem übel riechenden, zusammengefallenen Stück Irgendetwas wieder. Das ach so teure Fleisch war über Nacht verdorben. Christa war am Boden. Sie hatte keinen Plan B. Die Familie war ebenso ratlos. Doch da griff Alex plötzlich in seinen Rucksack und förderte Spaghetti und Soße zu Tage. „Franziska hatte mir eine Notreserve eingepackt. Das hätte ich doch fast vergessen.“ Ohne weiter zu fragen, liefen Sabine und Anna in die Küche und setzen Wasser auf. Nur wenige Minuten später saß die Familie am Tisch und in den Schüsseln dampften die Nudeln. Alle lachten und waren guter Dinge. Am Ende waren dann doch alle zusammen. „Ach, ich finde es wunderbar, dass bei uns doch immer was los ist.“, sagte Arno lachend und alle stimmten mit ein.

Ein fröhliches Weihnachtsfest !!!



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