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Weihnachtsgeschichte 2013: Urlaub und andere Schwierigkeiten

Bei Familie Staude scheint keine Ruhe rund um das Weihnachtsfest einzutreten. Werden dieses Jahr Urlaube, Verletzungen und andere Begleitumstände das Fest durcheinander bringen? Aber lesen Sie selbst…

 

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Endlich wieder alles gut

Nach dem denkwürdigen Weihnachtsfest 2012 war so langsam wieder Ruhe bei der Familie Staude eingekehrt. Mutter Christa verarbeitete es immer besser, dass sie im letzten Jahr in die Fänge eines Scharlatan geraten war. „Beinahe hätte der mein ganzes Leben durcheinander gebracht – ist ja schrecklich, wie schnell man da rein schlittert.“ sagte sie zu ihrem Mann Arno an einem Samstag im Februar, an dem Frau Hölle noch einmal kräftig die Kissen ausgeschüttet hatte. „Ja“, entgegnete Arno. Er war früh, dass er seine Christa nun wieder hatte. Im letzten Jahr hatte sie sich von einem Sektenführer verführen lassen. Für die gesamte Familie, die Töchter Sabine und Anna und die Söhne Malte und Alex war es eine schwierige Zeit gewesen. Aber nun konnten alle aufatmen und sich wieder mit sich selbst beschäftigen. Für den Abiturienten Alex bedeutete dieses, dass er wieder viel Zeit vor dem Computer verbrachte, Malte ging seinem Jurastudium nach, zumindest behauptete er dieses. Christa und Malte ahnten, dass er reichlich von Oma alimentiert wurde, ändern konnten sie das nicht. Sabine lebte noch immer mit ihrem Freund Chris zusammen – zum Leidwesen von Vater Arno. Anna hatte ihr Abitur bestanden und wusste nicht so recht, was sie nun anfangen sollte. „Irgendwie habe ich genug von dem Schnee“, sagte Arno, als er die Gans Staude und den Hund Stromer durch de Garten tollen sah. „Komm, lass uns in den Urlaub fliegen.“ „Ok, das machen wir. Aber nicht nach Gran Canaria.“, erwiderte Christa augenzwinkernd. Auf Gran Canaria hatte im letzten Jahr das Desaster begonnen.

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Aufräumen

Auch wenn die üppige Weihnachtsdekoration bereits Ende Januar abgebaut worden war, der Weihnachtsbaum stand noch in dem Wohnzimmer. Die Urlaubsreise war für Arno ein Anlass dafür Sorge zu tragen, dass dieser nun auch entsorgt werden konnte. Gegen Mittag war Malte endlich aufgewacht und half seinem Vater den Baum hinauszubringen. Dort erfreute sich Arno daran, dass er mit seiner Kettensäge, ein Geschenk seiner Frau, diesen fachmännisch zerlegen konnte. Malte versuchte mehrfach auch einen Schnitt machen zu dürfen, aber Arno wusste, dass er sich dabei verletzen würde. Also beauftragte er ihn damit Bier zu holen und so hatten die beiden einen angenehmen Nachmittag. Mutter Christa setze sich derweil an den Computer und recherchierte nach möglichen Urlaubszielen. Alex half ihr dabei. Er hatte von Arno ein Internetverbot erhalten und freute sich, nun wieder durch das weltweite Netz zu surfen. Christa war erstaunt, dass Alex so erpicht darauf war, ihr zu helfen. Normalerweise verbrachte er die Zeit im Internet alleine in seinem Zimmer. Sie wusste nicht, dass vor ein paar Tagen ein unschöner Brief einer Anwaltskanzlei eingetrudelt war. Über den Anschluss von Arno sollte ein Film herunter geladen worden sein. Als Alex damit konfrontiert worden war, lief er rot an und seine Unschuldsbeteuerungen nahm Arno ihm nicht ab. So musste er sein Sparschwein plündern und der Zugang zum Internet wurde ihm für vier Wochen gesperrt.
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Malta

„Schau mal“, rief Christa aus, „da sieht es doch toll aus!“ Die beiden waren auf einer Seite gelandet, die die Insel Malta zeigte. Schnell war ein Hotel ausgesucht und Christa wollte das Ergebnis Arno mitteilen. Der jedoch lag leise schnarchend auf dem Sofa. Er und Malte hatten ihre Arbeit beendet. Der Baum war zu Brennholz verarbeitet und eine halbe Kiste Bier war leer. Christa nahm schmunzelnd zur Kenntnis, dass die Hausgans Staude, die nun schon seit vielen Jahren in der Familie lebte, ebenfalls neben Arno schlief. Eigentlich hatte sie an einem Heiligen Abend ihre Bestimmung finden sollte, was jedoch keiner durchführen konnte. Sie hatte offensichtlich ebenso wie die Promenadenmischung Stromer, der ebenfalls seit einigen Jahren in der Familie Staude lebte, und nun auch neben den beiden friedlich schlief, einige Schlucke Bier abbekommen. Also entschloss sich Christa, auch im Namen ihres Mannes, für Malta. Eine andere Wahl hätte er sowieso nicht gehabt.

Urlaub

Christa hatte den Urlaub in dem Reisebüro ihres Vertrauens gebucht. Im März sollte es für zwei Wochen nach Malta gehen. Kurz vor dem Abflug beschlich Arno so eine Ahnung, dass irgendwie alles zu ruhig verlief. Das war für die Familie nicht normal. Gerade als er diesen Gedanken nachhing, kam ein Anruf. Oma war am Apparat als Christa abnahm. „Aufgepasst“, legte sie sofort los, “ Opa und ich müssen mal raus. Daher werden wir ein paar Tage bei euch verbringen und dann weiter an die Nordsee fahren.“ Als sie das Anreisedatum nannte, widersprach Christa. „Das ist schlecht, da sind wir noch im Urlaub. Könnt ihr nicht drei Tage später anreisen?“ „Nein, wir haben das so geplant!“ Christa wusste, dass sie alleine das bestimmt hatte. Ihren Mann Franz hatte sie zu gut im Griff. „Oma kommt zu Besuch.“, sagte Christa nachdem sie aufgelegt hatte. „Dann hat mein Gefühl mich also nicht getäuscht.“, murmelte Arno vor sich hin. „Was meinst du?“, fragte Christa. „Schon gut.“, erwiderte er. Staude zog den langen Hals ein. Er erkannte Omas Stimme durch das Telefon. Er hatte – zu Recht -Angst vor Oma. Für sie gehöre eine Gans in den Ofen und in keinem Fall in ein Haus. Mehrfach schon in der Vergangenheit hatte sie versucht Staude um die Ecke zu bringen. Omas angekündigt Besuch behagte der Gans überhaupt nicht. Arno war froh, dass Malte während des Urlaubs zu Hause war. Er impfte ihm genau ein, dass er Oma und ihr Gepäck auf Waffen und Stichwerkzeuge aller Art durchsuchen müsse. Zudem entfernte er alle Messer aus dem Haushalt und schloss diese in dem Tresor ein. Malte und Alex protestieren, weil sie nicht wussten, wie sie das Brot mit den bereitgelegten Plastikmessern schneiden sollten. Auch Anna protestierte dagegen. Sie hatte noch keine Ahnung, was sie machen sollte und verbrachte viel Zeit mit Freundinnen. Außerdem bezirzte sie regelmäßig die jungen Männer. Gleichwohl sich bei ihr keiner sicher sein durfte. Arno hatte es aufgegeben sich die Namen der zeitweise Glücklichen zu merken. Nun sollte sie für einige Zeit auch auf ihre Nagelschere und andere Stichwaffen verzichten. Doch auch ihr Protest half nichts.

Kurz vor dem Abflug

Am Abend vor dem Abflug kam die Tochter Sabine zu Besuch. Das war nicht ungewöhnlich. Sabine und ihr Freund Chris waren immer knapp bei Kasse und labten sich an dem Kühlschrank. Arno freute sich immer, wenn Sabine kam, über Chris freute er sich nicht. Auch an diesem Tag gelang es ihm die Tür schnell vor seiner Nase zuzumachen. Wie immer währte die Freude darüber nicht lang. Christa öffnete selbstverständlich auch für Chris die Tür. Er fläzte sich auf das Sofa, goss sich ungeniert von dem Weißwein ein und steckte sich eine Zigarette an. „Mutti“, plapperte Sabine los „du wirst es nicht glauben, aber ich bin schwanger! Nach meiner Berechnung müsste es an Weihnachten soweit sein.“ Christa war sprachlos. Ihre Gedanken überwarfen sich. Sabine. Schwanger. Die beiden. Ein Kind. Zu Weihnachten. „Oh wie schön für euch!“, rief sie aus. Arnos Reaktion fiel anders aus. Nach den Worten seiner Tochter ließ er sein gut gefülltes Weinglas aus der Hand fallen und er fiel in eine kurze Ohnmacht. Staude und Stromer machten sich mit Freude über den vergossen Wein her. Als Arno wieder zu sich gekommen war, musste er mit anhören, wie sich Christa und Sabine ausmalten, wie toll es doch wäre, wenn das Kind am Heiligen Abend zur Welt kommen würde. Arno fand das nicht toll. Er war der Meinung, dass Sabine noch nicht reif sei für ein Kind, schon gar nicht mit Chris. Obwohl, je länger er sich mit dem Gedanken anfreundete, ein Enkelkind könnte er sich auch gut vorstellen.
Als Malte seine Eltern am nächsten Morgen zum Flughafen brachte, wurde er noch einmal ausdrücklich geimpft, Oma bei ihrer Ankunft zu durchsuchen. Zudem sollte er aufpassen, dass Anna keine Partys feierte und auf keinen Fall Freunde mit nach Hause bringen würde. Zudem sollte er ein erneutes Internetverbot von Alex überwachen. Trotz aller Beteuerungen war eine erneute Abmahnung eingegangen. Dieses Mal konnte Arno den Brief vor Christa nicht verstecken und diese war nicht gerade angetan. Während Arno seinem Sohn die Pflichten auftrug, wussten beide, dass er diesen nicht vollständig nachkommen würde.
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Fern der Heimat

Christa und Arno genossen ihren Urlaub auf Malta. Sie sprachen darüber, wie sie das Fest dieses Jahr wohl erleben würden. Sollte tatsächlich ihr Enkelkind an Weihnachten geboten werden? „wir sollten Vorkehrungen treffen.“, sagte Christa. „Vorkehrungen?“, fragte Arno. „Ja, ich habe noch gar nicht eingekauft.“ Arno war verwundert, seit dem Staude im Haus wohnte, war es Tradition bei den Staudes, dass es am Heiligen Abend Spaghetti mit Soße gab. Meist kaufte Christa mehrere Portionen ein und deponierte diese an verschiedenen Orten, extra dafür wurde der Tresor angeschafft, zu viel war in der Vergangenheit passiert. „Tja, ich weiß auch nicht. Aber eigentlich hatte ich gedacht, dass wir vielleicht über die Feiertage mit der gesamten Familie wegfahren könnten, daher habe ich noch nichts besorgt.“ Arno konnte zwar verstehen, dass Christa mit den Gedanken spielte, wegzufahren, aber er erinnerte sich an einem Versuch vor einigen Jahren. Damals war es nicht ganz so gelaufen, wie sich es die Familie vorgestellt hatte.
Doch nun schrieb Christa eine SMS an alle Kinder, dass jeder Spaghetti und Soße kaufen sollte. Sie hoffte, dass es zumindest eines machen würde. Arno machte ebenfalls per SMS einen Termin mit der Tannenbaumschonung ab, um dort nach der Rückkehr einen Termin abzustimmen. Eine weitere Tradition war es, dass der Baum frühzeitig ausgesucht wurde, dann ausgegraben wurde, um dann im eigenen Garten bis zum Heiligen Abend gehegt zu werden.

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Nah der Heimat

Zu Hause ging es drunter und drüber. Alex verbrachte den ganzen Tag im Internet. Malte wollte ganz schlau sein und hatte eine Sperre eingerichtet, immerhin hatte er keine Lust ständig zu Hause zu sein, um auf seinen kleinen Bruder aufzupassen. Alex knackte die Sperre innerhalb von drei Minuten. Anna veranstaltete eine große Party. Malte feierte tüchtig mit. Doch als Oma anreiste, erinnerte er sich an seine Aufgabe. Das lag auch dann, dass er Staude sehr mochte. Gewissenhaft durchsuchte er das Gepäck und förderte fünf Messer verschiedenen Größe zu Tage. Dieses veranlasste ihn, auch das Gepäck von Opa Franz zu durchsuchen. Auch in diesem hatte Oma drei Messer versteckt. Dieses nun wieder führte dazu, dass das Misstrauen gegen sie wuchs. Schnell wurde Sabine angerufen. Sie hatte die Aufgabe, Oma nun auch persönlich zu durchsuchen. Tatsächlich fand sie an dem Körper noch einen kleinen Dolch. „Oma.“, tadelte sie, „So geht das nicht. Staude gehört zur Familie.“ Doch sie ließ nicht beeindrucken. Sie machte sich sofort auf den Weg in die Küche und fand zu ihrem Verdruss nur das Plastikgeschirr vor. Malte ging auf Nummer sicher und brachte Staude nachts und immer wenn er keine Zeit hatte, in einen Schuppen im Garten. Staude war darüber sehr froh und schnatterte fröhlich, wenn die Tür hinter ihm geschlossen wurde. Sein Kumpel Stromer leistete ihm dabei immer Gesellschaft. Auch er traute Oma nicht über den Weg. Den Schlüssel zum dem Schuppen trug Malte immer bei sich.

Omas Visionen

Finanziell unterstützte Oma alle ihre Enkel. Sie war sehr vermögend und es machte ihr Spaß, wenn sie auf diese Weise helfen konnte. Sie wusste zwar, dass Christa und Arno damit nicht einverstanden waren, aber das störte sie nicht. „Du Oma“, mit diesen Worten begann Anna an dem letzten Abend, an dem ihre Eltern noch auf Malta waren, das Gespräch. „Ich würde so gerne ein bisschen was erleben. Studieren will ich erst im nächsten Jahr. Und es gibt da so ein tolles Programm für junge Menschen. Die können ein Jahr in den USA verbringen. Da kann man dann in einer WG leben und nebenbei zur Universität gehen, um die englische Sprache zu lernen. Nur leider wollen Mama und Papa das nicht bezahlen. Obwohl es nur 10.000,00 € kostet. Die meinen aber, wenn ich schon in die USA will, dann soll ich da als Aupairmädchen arbeiten. Aber Oma, das will ich nicht. Auf Kinder aufpassen, Putzen und Kochen, das ist doch nicht das richtige für mich, oder willst du, das deine Enkelin als Putze arbeitet.“ Anna wusste, dass sie ihre Oma so um den Finger wickeln konnte. „Natürlich will ich das nicht. Das geht doch auch nicht!“, rief sie entrüstet aus. „Wenn deine Eltern wieder zu geizig sind, dann zahle ich das natürlich. Melde dich da mal an.“, während sie das sagte, füllte sie schon einen Scheck aus. Dann regelte sie noch, dass auch die anderen nicht zu kurz kamen.
Am nächsten Mittag holte Malta seine Eltern von dem Flughafen mit. Mit im Schlepptau hatte er Staude und Stromer. Die beiden gingen ihm seit dem Morgen nicht von der Seite und so nahm er sie einfach mit. Zu Hause angekommen begrüßte Christa ihre Eltern. Arno freute sich über Oma nicht so sehr, die beiden kamen miteinander aus, das reichte beiden dann aber auch. Über seinen Schwiegervater freute er sich, die beiden verbrachte, oft gemeinsam mit Malte, viel Zeit. Vornehmlich in der Kneipen. Auch an diesem Abend machten sie dich auf den Weg, und so verpasste er, als Anna ihre Mutter über den USA Aufenthalt informierte. Diese war ganz und gar nicht begeistert von den Plänen, doch wusste sie auch, dass sie es nicht verhindern konnte. Nach zwei weiteren Tage brachen Oma und Opa an die Nordsee auf und es kehrte zunächst wieder der Alltag ein. Allerdings führten Annas Pläne dazu, dass Christa vergaß bei ihren Kindern nachzufragen, ob diese das Weihnachtsessen eingekauft hatten. Und auch Arno vergaß den Termin in der Tannenbaumschonung. Es war die dritte Abmahnung wegen eines herunter geladenen Filmes eingetroffen und das brachte ihn so auf die Palme, dass er tatsächlich den Baum vergaß.
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Am Flughafen

Die Abreise von Anna erfolgte bereits im Mai. Christa war darüber kreuzunglücklich. Sie mochte es nicht, wenn die Familie getrennt war. Zu allem Überfluss hatte sich bei Sabine herausgestellt, dass sie nicht schwanger war. Sie hatte sich schlicht verrechnet und so war für Christa der Traum von dem Enkelkind zu Weihnachten ausgeträumt. Auch ansonsten schien in diesem Jahr das Weihnachtsfest anders ausfallen, als gewöhnlich. Malte hatte angekündigt, dass er über die Weihnachtstage mit Freuden zum Skilaufen in das Sauerland fahren würde. „Dort kann man gut feiern und hübsche Mädchen gibt es auch.“, waren seine Worte. Alex hatte die Möglichkeit mit dem Schachklub zu einem Turnier nach Russland zu fliegen. Auch er wollte dieses Angebot annehmen. Blieben also noch Sabine und ihr Freund Chris. „Immerhin“, dachte Christa. „Muss nicht sein“, dachte Arno. Zu allem Überfluss hatte sich auch Oma wieder angekündigt. Damit war der Gedanke über einen gemeinsamen Familienurlaub über die Feiertage vom Tisch. Tränenreich erfolgte die Verabschiedung von Anna. Diese winkte auf dem Weg zum Gate noch einmal fröhlich und vor lauter Vorfreude ihren Eltern zu und war verschwunden. „Komm, wir trinken jetzt erst einmal ein Kaffee.“, mit diesen Worten führte Arno seine Frau auf die Aussichtsterrasse. Nach der zweiten Tasse kündigte ein Klingeln an, dass Christa eine SMS erhalten hatte. Sie holte ihr Mobiltelefon heraus und las die Nachricht. Enttäuscht sagte sie dann zu Arno: „Mutter hat geschrieben, dass sie und Vater über Weihnachten nicht zu uns kommen. Sie haben eine Einladung nach St. Moritz erhalten. Na das wird ja ein komisches Weihnachtsfest.“ „Ach herrje.“, Arno versuchte Enttäuschung vorzuspielen, mit mäßigem Erfolg. Dann fiel sein Blick auf ein Werbeplakat eines Reisebüros. Dort war ein Weihnachtsbaum an einem Strand in Dubai abgebildet und es wurde eine Reise über die Weihnachtstage und Silvester beworben. „Was meinst du? Wollen wir das einfach machen? Wenn schon die Kinder alle weg sind und deine Eltern auch, dann können wir auch in die Sonne verschwinden.“ Christa war bei dem Gedanken nicht wohl, aber nach einigem Zögern stimmte sie zu. Die beiden brachen auf und buchten noch auf dem Flughafen ihre Reise nach Dubai.

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Im Dezember

Es war Mitte Dezember und es hatte bereits mächtig geschneit. Normalerweise wurde an dem Haus und in dem Garten der Familie Staude eine beeindruckende Weihnachtsdekoration angebracht. In diesem Jahr hatte Arno darauf verzichtet, da die beiden zu Weihnachten nicht zu Hause sein wollten. Daher wurden nur eine kleine Lichterkette und ein paar Lichterbögen in den Fenstern aufgestellt. Am 20. Dezember fuhr Malte mit seinen Freunden los. Am Abend erreichte Christa ein Anruf von Anna. Diese war aufgelöst. Sie erzählte ihrer Mutter davon, dass sie unglücklich sei in ihrer Wohngemeinschaft. Alle anderen Mitbewohner würden über die Feiertage nach Hause fahren. Sie wäre so schrecklich alleine. Christa tat es leid, dass Anna sich nicht wohl fühlte. Doch zu ihrem großen Bedauern konnte sie es nicht ändern. Traurig und nachdenklich hängte sie den Hörer auf.
Noch ahnte sie nicht, dass das erst der Anfang sein sollte. Am 21. Dezember rief Malte an. Er teilte mit, dass er sich bereits bei der ersten Abfahrt den Fuß verdreht habe und nun könne er nur in der Ferienwohnung sitzen. Seine Kumpels würden überhaupt keine Rücksicht auf ihn nehmen. Er war traurig. Kein Skifahren, keine Partys. Was sollte er denn nur machen. Christas Mitleid hielt sich in Grenzen. Sie wusste, dass er schon irgendwie zu Recht kommen würde und seine Frage, ob er den mit den beiden nach Dubai fliegen könnte, wurde mit einem klaren „Nein“ beantwortet.
Am 22. Dezember, einen Tag vor der Abflug der Eltern und auch Alex´ Abflug rief der Leiter des Schachklubs an. Es habe Schwierigkeiten mit der Bezahlung der Flugtickets gegeben. Es sei unklar, ob die Gruppe am nächsten Tag fliegen könne. Am Nachmittag stellte sich heraus, dass der Leiter selbst das Geld unterschlagen habe. Wie es nun weitergehen würde, wusste noch niemand. Christa machte sich Gedanken, ob es richtig war, dass sie und Arno selbst einen Urlaub gebucht hatten. Immerhin gab es eigentlich nie ein Weihnachtsfest ohne Schwierigkeiten. „Wir hätten einen Plan B erarbeiten müssen.“, sagte sie zu Arno. Doch dazu war es nun zu spät. Sollte die Reise nicht stattfinden, so würde Alex zu Sabine und Chris ziehen.

Der 23. Dezember

Die Ereignisse überschlugen sich. Chris brachte Arno und Christa zum Flughafen. Die beiden freuten sich auf den Urlaub in Dubai. Doch schon in der Abflughalle fiel Arno auf, dass ihr Flug nach Dubai auf der Abfluganzeige nicht aufgeführt wurde. Zunächst noch gelassen, gingen beide zu dem Schalter der Fluggesellschaft. „Wann geht denn unsere Maschine nach Dubai?“, fragte Arno. „Oh, tut mit leid. Sind sie nicht informiert worden?“, antwortete die hübsche Mitarbeiterin. Arno war über den fröhlichen Ton etwas irritiert. Er fand ihn schon jetzt unangebracht. „Eigentlich sind alle informiert worden.“ Arno wurde unruhig. „Eigentlich, was?“, fragte er. „Was ist hier los?!“, Christas Stimme war bestimmt. „Der Flug ist abgesagt worden. Sie hätten schon heute Morgen fliegen können. Eigentlich sind alle informiert worden. Nun gibt es in den nächsten vier Tagen keinen Flug mehr.“ Das Gespräch wurde nun wesentlich unfreundlicher. Doch am Ende zogen Arno und Christa ab. Sie mussten sich erst einmal hinsetzten. Es meldete sich wieder das Mobiltelefon von Christa. Dieses Mal war es ein Anruf ihrer Mutter. „Stell Dir vor. Wir kommen nicht nach St. Moritz. Durch den vielen Schneefall ist die einzige Zufahrtsstraße gesperrt. Geöffnet wird diese erst wieder am 27. Dezember. Ich weiß gar nicht, was wir jetzt machen sollen.“ Nun berichtete auch Christa von ihrer Situation. Kurzerhand beschloss Christa Weihnachten nun doch zu Hause zu verbringen und ihre Eltern dazu einzuladen. Noch am Abend kamen die beiden an und Christa berichtete davon, das Malte verletzt im Sauerland sei und Anna unglücklich in den USA. „Ach, es wäre ja doch schön, wenn wenigstens alle hier wären.“, seufzte sie. Für Oma war das ein Auftrag um zu handeln. Sie zog sich zurück und rief bei Anna an. Was sie mit ihr besprach, verriet sie den anderen zunächst nicht.

Der Heilige Abend

Am Morgen fiel Christa auf, dass sie noch gar nicht nachgeschaut hatte, ob überhaupt das traditionelle Weihnachtsessen vorhanden sei. Als sie an den verschiedenen Orten im Haus nachschaute, stelle sie fest, dass tatsächlich alle Kinder im Frühjahr einkaufen waren und somit genügend Spaghetti und Soße vorhanden waren. Als wenig später Sabine und Chris eintrafen, fingen die beiden Frauen an, die weitere Weihnachtsdekoration aus dem Keller zu holen und aufzubauen. Wenn sie schon zu Hause waren, dann sollte das Haus auch festlich erscheinen. Arno bemerkte erst jetzt, dass Stromer und Staude noch bei der Tierpension waren, zu der er die beiden gebracht hatte. Der Inhaber war ihm zwar nicht geheuer gewesen, aber die Referenzen im Internet waren vorzüglich gewesen. Es sollte sich noch herausstellen, dass diese gefälscht waren. Da er seiner Frau eine Freude machen wollte, hatte er sich entschlossen Malte ohne ihr Wissen aus dem Sauerland abzuholen. So beauftragte er Chris, dass dieser die Tiere abholen sollte. Oma verlangte, dass sie mitfahren würde. Nach dem Arno ihr zwei Messer aus der Handtasche genommen hatte, ließ er es zu. Immerhin hatte sie das Auto für Sabine und Chris gekauft und so bestand sie darauf mitzufahren. Christa wunderte sich, dass auch Opa wegfuhr. Sein Ziel war nur Oma bekannt. Diese fuhr mit Chris zu der Tierpension. Die beiden klingelten an der Tür, doch niemand öffnete. Daraufhin gingen beide in die Scheune, in der die Tiere untergebracht waren. Als sie der Scheune näher kamen, hörten sie bereits, wie Stromer wütend bellte. Durch die geöffnete Tür sahen sie, wie der Inhaber der Pension Staude auf einem Holzblock festgebunden hatte. In der rechten Hand hielt er ein Beil. Es war offensichtlich, dass er Staude zu seinem Weihnachtsessen auserkoren hatte. Chris war wie versteinert. Doch Oma reagierte sofort. Sie konnte es nicht ertragen, dass ein anderer als sie die Gans ihrer Bestimmung übergab. Mit einem gezielten Tritt brachte sie den Inhaber der Tierpension auf den Boden. Als dieser noch winselte trat Chris das Beil weg, welches Oma gerade aufnehmen wollte. Er befreite Staude von dem Strick und Stromer aus dem Zwinger. Nun verstaute er die Tiere sicher im Kofferraum und alle fuhren wohlbehalten nach Hause.

Daheim

Arno fiel auf dem Weg nach Hause auf, dass er noch keinen Baum hatte. Zusammen mit Malte hielt er bei der Tannenbaumschonung und schlug noch einen Baum. Auch dieser wurde noch schnell geschmückt.
Das Haus glitzerte nun in voller Pracht und auf dem Tisch dampften die Schüsseln mit den Spaghetti und den Soßen. Christa fiel nun auf, dass Opa noch fehlte. In diesem Moment ging die Tür auf und Opa stand mit Anna in der Tür. Oma hatte das veranlasst, sie hatte ihr ein Flugticket organisiert, damit zu Weihnachten die gesamte Familie zusammen war. Und so kam es. Alle machten sich über das Essen her und sprachen wild durcheinander und lachten gemeinsam. Selbstverständlich waren auch Staude und Stromer im Wohnzimmer. Sie saßen unter dem Tisch und wurden von Malte ordentlich gefüttert. „Was ist das doch wieder für ein schönes Fest!“, lachte Arno und alle stimmten mit ein.

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