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Weihnachtsgeschichte 2019 – Ein Leckerbissen zum Fest

Wie in jedem Jahr plant Familie Staude ein besinnliches Weihnachtsfest. Ein friedliches Weihnachtsfest mit den Liebsten… Und dann kommt es doch wieder etwas anders. Aber lesen Sie selbst…

Die ganze Aufregung

Das letzte Weihnachtsfest war f├╝r die Familie Staude mal wieder nicht so verlaufen, wie sie es sich vorgestellt hatten. Eigentlich wollte Mutter Christa mit ihrem Mann Arno, den Kindern Sabine, Malte, Alex und Anna nur ein ganz friedliches Weihnachtsfest feiern. Dabei sollten, sehr zum ├ärger von Arno, Oma und Opa und nat├╝rlich die beiden Haustiere. Da waren die Hausgans Staude und der Hund Stromer. Doch – wie schon in den Jahren zuvor – passierte an dem Weihnachtsfest etwas ungew├Âhnliches, und es kam alles anders als gedacht. „Dieses Jahr will ich den ganzen Trubel nicht haben“, sagte Christa in Januar zu ihrem Mann. „Ich m├Âchte einfach nur ein friedliches Weihnachtsfest mit meinen Liebsten verbringen.“ „Auch keinen Weihnachtsmarkt.“, fragte Arno. Der Weihnachtsmarkt der Staudes war mittlerweile legend├Ąr. Angefangen hatte es mit einer durchschnittlichen Weihnachtsdekoration. Dieses wurde immer gr├Â├čer und immer heller. Dann kamen Verkaufsbuden im Garten hinzu. Eigentlich hatte die Familie Staude eine kleine Weihnachtsfirma geschaffen, die auch ordentlich etwas abwarf. Doch auch Arno konnte sich vorstellen, dass n├Ąchste Weihnachtsfest wieder ganz gem├╝tlich zu feiern. „Feiern wir dann auch ohne Oma und Opa?“, fragte er vorsichtig. Christa antwortet nicht, aber ihre Reaktion war ihm Antwort genug. Sie w├╝rden dabei sein.

Der Familienrat

Zum Osterfest war die Familie zusammen gekommen. Tochter Sabine war mit ihrem Freund Chris da. Obgleich das nicht au├čergew├Âhnlich war. Die beiden waren der Arbeit nicht unbedingt zugetan. Und immer wenn die finanzielle Unterst├╝tzung von Oma ausfiel – sie unterst├╝tzte alle Enkelkinder gerne – waren sie bei Arno und Sabine und pl├╝nderten den K├╝hlschrank. Sohn Alex studierte in einer weit entfernten Stadt und war nur selten zu Hause. Tochter Anna arbeitete als Stewardess und war viel unterwegs. Nur Sohn Malte wohnte noch immer zu Hause. Er studierte, zumindest behauptete er das. Ob das wirklich stimmte, wusste Arno nicht. Er hatte es auch aufgegeben, sich die Immatrikulationsbescheinigungen zeigen zu lassen. Da Malte nett und hilfsbereit war, waren seine Eltern einfach froh, dass er da war. Auch Oma und Opa waren da. F├╝r Oma war es fr├╝her unertr├Ąglich gewesen, dass im Haus ihrer Tochter eine Gans lebte. F├╝r Oma geh├Ârte eine Gans in den Ofen und nicht in das Haus. Doch als die Familie damals die Gans zum Fest schlachten wollte, brachte es Arno nicht ├╝ber das Herz. Seit dem lebte Staude im Haushalt und genoss es von Arno abends auf dem Sofa gestreichelt zu werden. Seit dieser Zeit gab es zum Weihnachtsfest auch keine Gans mehr sondern nur noch Spaghetti und So├če. Oma hatte in der Vergangenheit immer wieder versucht Staude um die Ecke zu bringen. Doch mittlerweile hatte sie sich damit abgefunden. Als alle zusammen sa├čen er├Âffnete Christa ihrer Familie ihren Beschluss. „Euer Vater und ich werden dieses Jahr Weihnachten in einer einsamen H├╝tte in Nordwegen verbringen. Arno hat eine tolle H├╝tte gefunden und schon gebucht. Sie ist so gro├č, dass ihr alle mitkommen k├Ânnt.

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Die ├ťberraschung

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe. Damit hatte keiner gerechnet. Alle, bis auf Alex, sprachen wild durcheinander. Alex war eher der ruhige und in sich gekehrte Typ. Wenn etwas so war, dann war es so. Emotionen zeigte er nur selten. Malte zweifelte manchmal daran, ob er wirklich zur Familie geh├Âren w├╝rde. Sabine und Chris, die auf dem Weihnachtsmarkt der Familie einen Stand betrieben hatten, bzw. durch Sch├╝ler, die keinen Mindestlohn kannten, betrieben hatten, fragten wie aus einem Mund: „Was ist denn mit dem Markt? Den machen wir doch aber trotzdem, oder?!“ „Nein, wir wollen uns auch darum nicht k├╝mmern.“, entgegnete Christa. „Wenn ihr es machen wollt, dann m├╝sst ihr euch selber darum k├╝mmern. Wir fahren schon am Nikolaustag los.“ Arno erschauderte bei dem Gedanken daran, dass die beiden den Markt beschicken sollten. Anna war es ziemlich egal. Sie hatte noch keine Pl├Ąne f├╝r die Weihnachtszeit. Sie wusste nur, dass sie einen vollen Flugplan hatte und hoffte darauf, dass einer der neuen schnuckeligen Piloten mit ihr das Fest in einem Luxushotel verbringen w├╝rde. Malte war verwirrt. Auch f├╝r ihn war der Weihnachtsmarkt eine nette Abwechslung in seinen Studentenleben. Er verbrachte viel Zeit hinter und vor dem Gl├╝hweinstand. Daher unterst├╝tzte er seine Schwester und beteuerte, dass er sich auch voll einbringen w├╝rde. „Wenn ihr unbedingt wollt, bitte, aber auf unserer Unterst├╝tzung k├Ânnt ihr nicht bauen.“, sagte Christa. Oma und Opa sagten zu, dass sie ebenfalls nach Norwegen reisen w├╝rden.

Die Planungen

Im Sommer begannen die Planungen f├╝r den Weihnachtsmarkt. Es ging drunter und dr├╝ber. Arno und vor allem Christa hielten sich tats├Ąchlich vollst├Ąndig aus den Planungen heraus. Auf Grund der Tatsache, dass sich Sabine , Chris und auch Malte entschlossen hatten, am 23. Dezember nach Norwegen hinterher zu reisen, wurde der Markt nur bis zum 22. Dezember geplant. Malte sollte sich um die Getr├Ąnke k├╝mmern. Nur durch einen Zufall konnte eine Katastrophe vermieden werden. Bei der Bestellung der Getr├Ąnke war er ziemlich unaufmerksam. Zwar bestellte er die richtigen Mengen an Bier und Schnaps. Bei dem Wein lag er jedoch vollkommen daneben. Sp├Ąter sollte man sich auch fragen aus welchem Grund der Getr├Ąnkelieferant nicht nachgefragt hatte, aus welchem Grund 750 l vom besten franz├Âsischen Landweins in 50 l Gebinden bestellt wurden. Aber so war es. Der Zufall, der dazu f├╝hrte, dass noch richtiger Gl├╝hwein bestellt werden konnte, lag darin, dass Staude und Stromer beim Toben in dem gro├čz├╝gigen Schuppen eines der Gebinde umgeworfen hatten. Der Plastiksack war auf eine scharfe Klinge eines Spaten gefallen und der vergorene Traubensaft ergoss sich ├╝ber den Boden. Gerade als Staude und Stromer sich ├╝ber die unverhoffte Erfrischung hermachten, kam Arno hinzu. Er scheuchte die beiden weg und verhinderte so, dass die beiden am n├Ąchsten Tag einen ordentlichen Kater hatten. Ihm fiel jedoch auch auf, dass Malte den falschen Wein bestellt hatte. So konnte der Fehler noch korrigiert werden und die G├Ąste konnten sich ├╝ber den herzhaft gew├╝rzten Gl├╝hwein freuen und ausgiebig daran laben.

Die Vorbereitung

Kurz vor der Abreise nach Norwegen offenbarte Arno, dass er sich f├╝r das Weihnachtsessen etwas ganz besonderes ausgedacht hatte. Seit einiger Zeit war er ein begeisterter, wenn auch wenig erfolgreicher Angler. In einer Anglerzeitung hatte er einen Bericht ├╝ber das Eisangeln gelesen. „Das mache ich!“, rief er aus,“Schatz, dieses Jahr wird es einen pr├Ąchtigen Fisch am Heiligen Abend geben!“ Christa war verst├Ârt. „Fisch?“, fragte sie, „Aber was ist den mit den Spaghetti?“, fragte sie. „Ach“, erwiderte Arno, „Spaghetti hatten wir nun schon so viele Jahre. Dieses Jahr werde ich einen pr├Ąchtigen Fisch f├╝r uns alle angeln.“ Christa war skeptisch. Sehr skeptisch. „Na ja“, murmelte sie und wandte sich ab.
Arno plante nun auch akribisch die weiteren Vorkehrungen. Christa hatte darauf bestanden, dass der Weihnachtsbaum mitgenommen wurde. Arno fand das zwar absurd, da es nach seiner Meinung in Norwegen genug B├Ąume gab, aber Christa war bei dem Weihnachtsbaum sehr eigen. Er musste perfekt sein. Daher war der Baum bereits im Herbst ausgesucht worden und wurde kurz vor der Abreise samt Ballen ausgraben, um ihn so mitzunehmen. Er sollte dann vor Ort noch einmal eingegraben werden, damit er am Heiligen Abend auch ganz frisch war. Der Baum samt Ballen f├╝hrte jedoch dazu, dass der Kombi von Arno fast vollst├Ąndig gef├╝llt war. Auch, weil f├╝r Staude und Stromer schon zwei Boxen in dem Kofferraum standen. Nur noch ein paar Taschen passten hinein. Christa hatte alleine drei Taschen, so das nur noch Platz f├╝r eine weitere war. Also musste Arno zun├Ąchst auf seinen Gro├čteil seiner Angelsachen verzichten. Schlie├člich musste er ja auch seine Kleidung irgendwie mitnehmen. Also entschloss er sich nur eine Angel und einen Blinker mitzunehmen. Den Rest sollten Oma, Opa und Kinder mitnehmen, die zusammen in einem VW Bus fahren wollten. So geschah es also, dass die vier vergn├╝gt losfuhren und sich auf ein erholsames Weihnachtsfest freuten.

Die Reise der Gef├Ąhrten

Tats├Ąchlich hatten es Sabine, Chris und Malte es erneut geschafft, den Weihnachtsmarkt erneut zu einem Erfolg zu f├╝hren. Allerdings, so ganz alleine h├Ątten sie es nicht geschafft. Sofort nach der Abfahrt von Christa und Arno waren Oma und Opa angereist und hatten die Drei tatkr├Ąftig unterst├╝tzt. Und auch Alex und Anna unterst├╝tzten ihre Geschwister. Alex konnte schon eher in die Semesterferien gehen und Annas Pl├Ąne mit ihrem Piloten wurden von einer misstrauischen Ehefrau desselben durchkreuzt. So starten am 22. Dezember Oma, Opa, Sabine, Malte, Chris, Alex und Anna in einem VW Bus nach Norwegen. Der Bus war gerammelt voll. Im Kofferraum stapelten sich die Koffer und Taschen. Die wichtigsten beiden Taschen, die mit dem Proviant, es bestand aus Bier und Schnaps und den S├Ąttigungsbeilagen f├╝r das Festmahl, und die Angeltasche von Arno lagen ganz oben auf.
Kurz vor der letzten F├Ąhre versp├╝rten Malte und Chris pl├Âtzlich gro├čen Bierdurst. An einem Rastplatz packte Malte erst die Angeltasche und dann die Provianttasche aus. Begeistert und voller Vorfreude holte er vier Flaschen Bier aus der Tasche, stellte diese wieder in den Bus und verschloss die Heckklappe. Die Angeltache ├╝bersah er….
Sp├Ąt am Abend des 23. Dezember kamen sie an der H├╝tte an und die Familie feierte das Wiedersehen. Beim Umtrunk berichtete Arno voller Stolz, dass er bereits ein Loch in das Eis ges├Ągt hatte. Er freute sich auf den gro├čen Fang am n├Ąchsten Tag. Malte und Chris wollten ihn dabei unterst├╝tzen.

Der Heilige Abend

Den Vormittag verbrachte die Familie damit die Umgebung zu erkunden. Sie fuhren mit Langlaufski durch die verschneiten W├Ąlder, machten eine Schneeballschlacht und s├Ągten am Mittag den Baum ab und stellten ihn in der Wohnstube auf. Oma, Sabine, Anna und Christa fingen an den Baum zu schm├╝cken. Opa sah ihnen dabei mit einer Tasse Gl├╝hwein zu. Alex lief von einer Ecke zur anderen, immer dahin, wo er glaubte mit seinem Smartphone den besten Internetempfang zu haben.
Arno ging zum Bus und als er in die g├Ąhnende Leere des Kofferraums blickte, gefror ihm der Atem. Wo war seine Angeltasche? Er suchte in der H├╝tte. Doch auch dort war sie nicht. Er alarmierte Malte und Chris. Auch diese suchten. Doch schon na h kurzer Zeit stutzte Malte. „Die Tasche…. So eine gr├╝ne?“, fragte er scheinheilig. „Ja!“, entgegnete Arno scharf. „Tja. Die. Also.“ Malte stammelte. „Ich f├╝rchte, die habe ich an einem Rastplatz stehen lassen.“ Arno schaute ihn entgeistert an. Kopfsch├╝ttelnd ging er nach drau├čen. „Nun dann.“, sagte er, „Wie gut, dass ich zumindest eine Angel dabei habe.“

Gegen 15:00 Uhr, es war bereits dunkel, schnappte sich Arno seine Angel, seinen Sohn Malte, Chris und ging los. Maltes Aufgabe war es, die Drei mit Fl├╝ssigkeit zu versorgen. So steckte er in einen Beutel neun Bierflaschen und eine Flasche Obstler. Dabei bemerkte er nicht, dass sich in diesem Beutel auch der Brokkoli befand. Hierbei handelte es sich um eine der S├Ąttigungsbeilagen f├╝r das Festmahl.

Die Drei kamen an dem Loch an und begangen mit den Vorbereitungen. Gerade als Arno seine Stirnlampe anknipsen wollte, verharrte er kurz. Waren die Batterien auch voll? Er schaltete das Licht und es geschah, nichts. Es bleib dunkel. Malte wollte helfen und holte sein Handy hervor, um dieses als Taschenlampe zu nutzen. In diesem Moment passierte so viel auf einmal, dass die Erz├Ąhlungen dar├╝ber nicht einheitlich waren.
Chris n├Ąmlich griff in diesem Moment zu dem Beutel mit dem fl├╝ssigen Proviant. Dabei stie├č er an Maltes Arm. Dieser lie├č das Handy fallen, welches wie in Zeitlupe in Richtung des Eisloches schlidderte. Chris, der n├Ąher an dem Loch stand, lie├č den Beutel fallen und griff sich das Handy. Gerettet. Doch, anstatt des Handys schlidderte nun der Beutel mit dem Proviant in Richtung des Loches. Alle Drei schrien auf. Ein jeder griff in ÔÇô an ÔÇô zu dem Beutel. Arno hielt triumphierend die Flasche Obstler hoch. Malte und Chris je zwei Flaschen Bier. Die restlichen Flaschen waren zu verschmerzen, an den Brokkoli dachte keiner. Nun wollte Arno endlich angeln. Beim Blick in seine Angeltasche gefror ihm der Atem. Da war nur noch ein Blinker! Daran hatte er nicht mehr gedacht. Er pr├Ąparierte alles und warf den K├Âder aus. Gespannt verfolgten die Drei im fahlen Licht des Handys wie der Blinker langsam nach unten sank. Schon sahen sie von rechts ein m├Ąchtiger Fisch angeschwommen kam. Sie konnten erkennen, wie er sein Maul ├Âffnete, um gen├╝sslich in den blinkenden Happen zu bei├čen. Voller Freude bereitete sich Arno auf das Hochziehen der Angelschnur vor. Doch dann geschah es. Der Prachtkerl schloss und sein Maul und durchschnitt mit seinen Z├Ąhnen die Angelschnur. Unger├╝hrt und doch leicht angewidert ob es metallischen Geschmackes des unverhofften Leckerbissens schwamm er hinfort.

Versteinert schauten die Drei ihm nach. Rat und eine Idee wie es weitergehen w├╝rde, hatte keiner. Schnell nahmen sie noch jeder einen Schluck aus der Pulle und machten sich Mut, nunmehr Christa und den anderen zu erkl├Ąren, was geschehen war. Ungl├Ąubig schaute Christa ihre M├Ąnner an. Noch ungl├Ąubiger schaute sie, als sie bemerkte, dass sogar der Brokkoli verschwunden. Doch dann fing sie laut an zu lachen. Sie bog sich vor Lachen. Arno schaute sie verst├Ąndnislos an. Sie hatten Hunger. Und er, der gro├če Angler, konnte seine Familie nun nicht mit einem Festschmaus begl├╝cken.
Immer noch lachend verschwand Christa in ihrem Zimmer und kam mit vier Packungen Spaghetti und reichlich So├če zur├╝ck. „Nicht dass ich an deinen Anglerf├Ąhigkeiten zweifle“, prustete sie noch immer voll Lachen, „Aber ich bin doch lieber auf Nummer sicher gegangen.“

Und so kam es, dass die Familie, bei grimmiger K├Ąlte, tief verschneit, in einer wohlig warmen H├╝tte sa├č, Der Weihnachtsbaum war festlich geschm├╝ckt und strahlte in seiner ganzen Pracht. Auf dem Tisch stand eine gro├če Sch├╝ssel mit dampfenden Spaghetti und zwei Sch├╝sseln mit So├če. Voller Hunger machten sich alle dar├╝ber her. „Nach dem was wir in den letzten Jahren alles erlebt haben, war es doch irgendwie klar, dass es auch dieses Mal nur Spaghetti und So├če gibt.“, prustete Arno lachend und alle stimmten lachend mit ein.

Fr├Âhliche Weihnachten