Skip to main content

Weihnachtsgeschichte 2007: Baum, Schnee, Chaos

Tannenbaum an Weihnachten - Ollis lustige WeihnachtsgeschichteAuch in diesem Jahr haben Sie wieder die Möglichkeit, nachzulesen, wie die Familie Staude samt menschlichem und tierischem Anhang das diesjährige Weihnachtsfest gefeiert hat. Obwohl es dieses Jahr eigentlich ganz rund lief, brach durch einen Kurztrip in den Harz mal wieder das Chaos aus, aber lesen Sie selbst…

Ein Rückblick

,Im Nachhinein betrachtete“, sagte Christa zu ihrem Mann Arno im März des Jahres, „war das schon ein schönes Weihnachtsfest.“
Die Familie hatte in der Garage feiern müssen und das Weihnachtsessen bestand aus Konserven aus Christas eisernen Spaghettireserven. Dennoch hatten es alle genossen – sogar Oma fand es dann gar nicht so schlecht. Doch die Tatsache, daß Staude, die Hausgans, nicht als Braten herhalten durfte, daß fand Oma noch immer sehr schade. Als sie und Opa abgereist waren, hatte sie sich von allen herzlich verabschiedet, nur Staude würdigte sie keines Blickes. Und auch Staude war nicht traurig, als Oma endlich abgereist war. Als sie sah, we das Taxi die Hofeinfahrt herunterfuhr, lief sie triumphierend und laut schnatternd durch das Haus.
Auch ansonsten hatte sich nichts geändert im Hause Staude. Die vier Kinder wohnten noch immer zu Hause. Da waren die Töchter Sabine und Anna und die Söhne Alex und Malte.
Arno hatte zwar schon ein paar mal angekündigt, Malte rauszuwerfen, doch eigentlich war er auch ganz froh, daß er blieb. Mittlerweile hatte sich Malte nämlich ein TV Abo für die Bundesliga gekauft und vor allem Arno nutzte dieses, sehr zum Ärger seiner Frau Christa, reichlich und ausgiebig.

Die Auswahl des Baumes

Anfang April, Christa hatte bereits einen Termin auserkoren, an dem sie mit ihrem Mann in die Schonung fahren wollte, um den Weihnachtsbaum für das diesjährige Weihnachtsfest auszusuchen, kam ein, im Nachhinein, folgenschwerer Anruf.
Arno nahm den Hörer ab. „Ja, Och, So ein Arger, Na dann – kann man nichts machen!“, waren seine Antworten in den Hörer.
Als er aufgelegt hatte, schuate der Christa an und sagte: „Setz Dich bitte Schatz“. Als Christa sich gesetzt hatte, fuhr er fort „Die Tannenbaumschonung, in der wir immer den Baum aussuchen ist abgebrannt.“ Christa schaute verdutzt und ungläubig. “ Abgebrant?“, fragte sie. „Ja. Das war gerade der Kerl von der Schonung. Er sagte Vandalen seien dort gewesen und hätten die großen Bäume mit Benzin überschüttet und angezündet. Kleine sind noch da. Aber ein kleiner Baum kommt bei uns ja nicht in die Gute Stube, oder?“ Arno wußte, daß natürlich kein kleiner Baum ins Haus kommen würde – aber versuchen wollte er es.

Entdecke jetzt Weihnachtsgeschichten mit Weihnachtsbaum
Christa ging auf den kleinen Baum gar nicht ein. „Vandalen? Nur große Bäume zerstört? Wie geht denn so etwas!?“ „Der Typ hat nur gesagt, daß man zwei Jugendliche gesehen habe, die sich an der Schonung zu schaffen gemacht haben. Einer hat sein pinkfarbenes Cape verloren.“
In diesem Moment kam Anna, die 18 jährige Tochter in die Tür. “

Diese Vandalen

In diesem Moment kam Anna, die 18 jährige Tochter in die Tür. „Ein pinkfarbenes Cape. Der David vermißt ein solches. Ich find den nämlich ganz süß und wollte mit ihm zum Osterfeuer, aber irgendwie hat er geblockt. Er meinte, mit meiner durchgeknallten Familie wolle er nichts zu tun haben, tja“ Anna war darüber nicht wirklich traurig. Sie hatte Verehrer genug und ein anderer Begleiter war schnell gefunden gewesen.
Allerdings kam nun auch Alex gerade in das Wohnzimmer. Er war bei der Schach AG gewesen und noch immer aufgewühlt über einen Fehler, dem ihm passiert war. Allerdings erschrak er, als er den Namen David hörte. Er lief kalkweiß an und wurde fast ohnmächtig. „Was ist denn mit dir?“, fragte Arno. Große Sorgen machte er sich nicht. Das Verhalten war für Alex nicht ungewöhnlich und Arno fragte sich des öfteren, ob Alex vielleicht wirklich vom Storch gebracht worden war.
Jetzt allerdings brach Alex in Tränen aus und berichtete seiner Familie, was der vor zwei Jahren mit David und dessen Freund Johann angestellt hatte, um diese dazu zubringen, den damaligen Weihnachtsbaum in den Garten zu pflanzen. Er hatte sich in Annas Zimmer gestellt und so getan, als ob sie den beiden Burschen zu schauen würde. Diese hatten sich ordentlich ins Zeug gelegt, um Anna zu imponieren. Als sie danach erfuhren hatten, daß Alex sie ausgenutzt hatte, waren sie recht erzürnt gewesen.
„Dann ist das ja auch eine Erklärung für den bestialischen Uringestank, den der letzte Baum hatte“, resümierte Arno. „Na jedenfalls werde ich dem Kerl von der Schonung mal einen Hinweis geben. Der wird schon wissen, wie er mit den beiden umgehen soll. Und du kannst sie ja dann pflegen.“, schob Arno hinterher, wobei er Anna mißmutig anschaute. Ihm gingen diese ganzen Verehrer auf den Geist.

Ein Baum muss her

„Alles schön und gut, aber Fakt ist, wir brauchen einen Baum!“, sagte Christa. „Es gibt ja noch mehr Schonungen“, erwiderte Arno, „dann klappern wir die halt ab.
Und so fuhren die beiden in der nächsten Zeit zu acht verschiedenen Schonungen, um einen Baum auszusuchen. Doch sie wurden nicht fündig. Mal gab es keine Bäume in ihrer Größe, mal waren die großen Bäume bereits von den Kirchen reserviert worden und oft mals entsprachen sie einfach nicht den Vorstellungen von Christa.
Mittlerweile war es Mitte August und noch immer war kein Baum gefunden. Der umzäunte Platz, der sich im Garten der Staudes befand und in dessen Mitte der Baum eigentlich geplanzt werden sollte, damit er so frisch wie nur möglich geschlagen werden konnte, war noch immer leer.
Christa hatte genug. „Also wenn wir keinen Baum finden, werde ich verrückt.“ Mit diesen Worten verabschiedete sie sich Ende August für zwei Wochen nach Mallorca. Begleitet wurde sie von ihren Töchtern und ihrer Mutter.
Ihren Vater hatte sie für die Zeit bein Arno untergebracht. Sie gab den beiden den Auftrag in der Zeit noch einmal nach einem Baum zu suchen. Die beiden machten sich dann auch auf die Suche, fanden aber keinen.
An einem Abend kam Malte nach Hause. „Immer noch keinen gefunden?“, fragte er. „Nein. Keine Chance“, erwiderten Arno und Opa. Sie saßen vor dem Fernseher und frei Flaschen Wein waren bereits leer. Auch Malte war nicht mehr allein. Er war in seiner Stammkneipe und hatte ebenfalls reichlich Wein getrunken. Bei ihm war es aber nicht der Frust über die nichterfolgreiche Suche nach einen Baum, sondern er Frust darüber, daß er wieder einmal bei seiner Traumfrau nicht landen konnte.
„Ich hab ne super Idee!“, rief er plötzlich aus. „Auf dem Nachhauseweg bin ich an einem verlassenen Grundstück vorbei gekommen. Na ja eigentlich bin ich auf das Grundstück rauf“ Den Grund wollten Arno und Opa nicht erfahren. „Dort steht eine super Tanne. Genau die richtige Größe. Schön gewachsen. Die holen wir. Das sieht kein Mensch.“ „Ist die noch sauber?“, fragte Arno. „Sicher, die habe ich gekonnt verfehlt.“

Die Idee

An einem Abend kam Malte nach Hause. „Immer noch keinen gefunden?“, fragte er. „Nein. Keine Chance“, erwiderten Arno und Opa. Sie saßen vor dem Fernseher und frei Flaschen Wein waren bereits leer. Auch Malte war nicht mehr allein. Er war in seiner Stammkneipe und hatte ebenfalls reichlich Wein getrunken. Bei ihm war es aber nicht der Frust über die nichterfolgreiche Suche nach einen Baum, sondern er Frust darüber, daß er wieder einmal bei seiner Traumfrau nicht landen konnte.
„Ich hab ne super Idee!“, rief er plötzlich aus. „Auf dem Nachhauseweg bin ich an einem verlassenen Grundstück vorbei gekommen. Na ja eigentlich bin ich auf das Grundstück rauf“ Den Grund wollten Arno und Opa nicht erfahren. „Dort steht eine super Tanne. Genau die richtige Größe. Schön gewachsen. Die holen wir. Das sieht kein Mensch.“ „Ist die noch sauber?“, fragte Arno. „Sicher, die habe ich gekonnt verfehlt.“

Wein schafft Kraft

Der Alkohol war stärker als das Gerechtigkeitsgefühl. Arno und Opa hatten genug von der Suche. Ein Baum mußte her, egal wie! Also gingen sie zu Dritt los. An dem Grundstück angekommen, stellten sie fest, daß der Baum tatsächlich wunderbar gewachsen war. Also nahmen sie die mitgebrachten Spaten und buddelten den Baum aus. Diese Aktion verlief unbemerkt. Auch beim Abtransport wurden sie aus purem Zufall nicht bemerkt. Das dachten sie zumindest. Die drei ziemlich betrunkenen Männer fuhren also die prächtige Tanne in einer Schubkarre nach Hause.
Am nächsten Morgen wurde sie eingegraben und wuchs auch ohne Schwierigkeiten wieder an.
Als Christa nach Hause kam, war sie begeistert. Noch…

Die Wahrheit

Es war nunmehr Dezember geworden. Durch Zufall unterhielt sich Christa mit einer Nachbarin über das anstehende Weihnachtsfest. Dabei erzählte sic auch, daß ihre Männer einen richtig schönen Baum ausgesucht hatten.
Direkt nach dem Gespräch rief Christa den Familienrat ein.
„Ich habe erfahren, daß der Baum, der so schön in unserem Garten steht, nicht aus einer Schonung stammt.“, diese Worte kamen noch recht sachlich. „Wie ich weiter erfahren habe, sollt ihr den Baum von einem Grundstück in der Nähe geklaut haben!“, hierbei wurde ihre Stimme schon gereizter.
Malte und vor allem Arno wußten, daß leugnen zwecklos war. Also gestanden sie ihre Tat. Christa war außer sich. Ein geklauter Baum kam ihr nicht ins Haus. „Den will ich nicht! Bringt ihn wieder zurück!“, rief sie aus.
„Das du denn nicht willst, kann ich zwar nicht verstehen, aber davon abbringen kann ich dich ja eh nicht“, erwiderte Arno, „aber zurück bringen wir den bestimmt nicht!“, sagte er nicht ohne Stolz in der Stimme. Der wer gibt schon gerne seine Beute wieder auf.

Was nun?

Christa war fertig mit den Nerven. Es waren noch drei Wochen bis zum Heiligen Abend und sie hatte keinen Baum!
„Ich habe eine Idee“, verkündete Arno. „Der Heilige Abend liegt dieses Jahr doch so, daß er auf einen Montag fällt. Was hälst du davon, wenn wir an dem Samstag vorher in den Harz fahren, dort das Ferienhaus von meinen Freund Klaus bewohnen und uns in seinem Wald einen schönen Baum aussuchen und mitnehmen. Dann können wir uns auch gleich noch einmal erholen, bevor deine liebe Mutter wieder zu Besuch kommt.“ Christa fand, zur großen Überraschung die Idee gar nicht so schlecht. „Tja, warum eigentlich nicht. Alle übrigen Einkäufe und Erledigungen sind gemacht. Und eine Nacht im Harz, vielleicht sogar bei Schnee, ist auch nicht schlecht. Aber erholen wirst du sich nicht können. Oma und Opa reisen bereits nächste Woche an. Die kommen dann auch mit.“ Von Arno war nun ein großer Seufzer zu hören.

Ab in den Harz

Tatsächlich fuhr die gesamte Familie am 22. Dezember in den Harz. Sehr zum Leidwesen von Arno war auch Sabines Dauerfreund Chris mit dabei. Er konnte sich von seinem Chef einen VW Bus ausleihen und in diesem fanden alle Platz. Vorne saßen also Arno am Steuer, daneben Malte und Chris. Auf der mittleren Reihe hatten Christa, Oma und Opa Platz genommen. Hinten saßen Sabine, Anna und Alex. Auch die Gans Staude war dabei. Sie saß bei Anna auf dem Schoß und schnatterte immer wieder keck in Omas Nacken. Das konnte sie etrost tun, da Christa ihrer Mutter vor der Abfahrt das große Küchenmesser abgenommen hatte.

[ASA]389859419X[/ASA]
Nach etwa zwei Stundne Fahrt erreichten sie das Ferienhaus. Es war ein sehr großzügiges mit fünf Schlafzimmern, drei Bädern, einem großen Wohnzimmer und einem Whirlpool. Es lag ziemlich außerhalb und war umgeben von einem großen Wald. Der nächste Nachbar wohnte drei Kilometer entfernt.
Sofort nahm die Familie das Haus im Beschlag. Es gefiel ihnen.Jedoch mahnte Christa zur Eile. „Wir müssen los und einen Baum aussuchen. Denn könnt ihr dann morgen schlagen und ab nach Hause.“ Für den Abtransport des Baumes hatten sie eigens noch einen großen Anhänger mitgebracht.

Ein schöner Baum

Also gingen alle in den Wald. Es lag zwar schon etwas Schnee im Harz, die Suche wurde dadurch aber nicht beeinträchtigt. Schon nach 3 Stunden wurden sie fündig. „Der ist prima! Der soll es sein!“, rief Christa aus. Sie stand vor einer 2,50 m hohen Eeltanne, die prächtig gewachsen war. „Also gut“, sagte Arno, „dann merken wir uns wo er steht und holen ihn morgen vor der Abfahrt ab.“
Die Familie ging zurück zum Haus. Nach dem Abendessen machte ein jeder , was er wollte. Anna, Sabine und Chris machten sich auf den Weg in den nächsten Ort. Der war sieben Kilometer entfernt und dort sollte es eine Tanzkneipe geben. Sabine und Chris wollten tanzen – Anna wollte sich die hiesige junge Männerwelt ansehen.
Arno, Malte und Opa gingen in den Whirlpool. Dieser lag halb im Freien und konnte ordentlich beheizt werden. Um sich auch von innen anzuheizen, nahmen die drei einen vorhandenen Gasherd mit und bereiten sich darauf mehrere Liter Glühwein mit tüchtig Schuß zu. Staude war auch dabei. Ihr gefiel es bei den Männern, zu mal Arno sie ab und zu aus seiner Tasse schlürfen ließ.
Christa und Oma machten noch einen Spaziergang durch den Wald. Dabei malte sich Christa aus, welchen Baum sie im nächsten Jahr nehmen konnte. Oma hatte, um sich warm zu halten, Opas Flachmann dabei.
Alex war bereits ins Bett gegangen.

Ein ereignisreicher Abend

Als Christa und Oma zurück kamen, kamen sie an den Männern im Whirlpool vorbei. Dabei sah Oma, daß Staude nun auch einen kräftigen Schluck aus Opas Becher nehmen durfte. Jetzt reichte es ihr. „Dieses schreckliche Viech! Schlimm genug, daß meine Tochter es zu Hause bewirtet! Aber das du jetzt auch noch Symphatien dafür hast! Es reicht! Eine Gans ist eine Gans und will am Heiligen Abend verspeist werden! Kein Mensch will am Heiligen Abend Spaghetti essen!“ Mit diesen Worten stürmte sie auf Staude los. Dieser begriff die Situation und wollte flüchten. Aber der Glühwein machte ihm buchstäblich einen Knoten in die Beine. Immer wieder tauchte Staude mit seinem Schnabel in den Schnee und kam kaum voran. Sein Schicksal schien besiegelt zu sein. Oma hatte bereits die Hände so zusammen gelegt, daß sie den langen Hals packen konnte,
doch dann geschah es. Oma hatt nur Augen für die Gans und nicht für den Schlitten, den Malte mitgebracht hatte und der sich noch zwischen Oma und Staude befand. „Hoppla!“, hörten die anderen noch. Dann saß Oma ganz und gar unfreiwillig auf dem Schlitten. Rückwärts. Da der Schlitten an einem Rodelberg stand, setzte er sich sofort mit der unfreiwilligen Passagierin in Bewegung. Oma und der Schlitten sausten nun den Hügel hinab. Verdutzt schauten ihr alle, auch Staude, der seinen Schnabel aus dem Schnee befreit hatte, hinterher. Der Schlitten wurde immer schneller. Kurz vor den ersten Baumreihen, fuhr er über eine von Malte angelegte Sprungschanze. Oma hob ab. Der Schlitten knallte gegen einen Baum. Die Familie lief den Hügel hinab. Die Männer in Badehose. Unten sahen sie Oma. Sie steckte im Schnee. Die Beine voraus. Sofort zogen alle an ihr. Glücklicherweise war sie unverletzt. Also gingen alle zurück. Die Männer wieder in den Whirlpool, die beiden Frauen in die Küche. Nun wurde auch dort reichlich Glühwein getrunken. Staude verkroch sich bei Alex im Zimmer. Dieser nahm in unter seine Decke und Staude fühlte sich hier sicher vor Oma.

Der Morgen

Am nächsten Morgen herrschte Katerstimmung in dem Fereinhaus. Malte konnte und wollte sich gar nicht bewegen. Ähnlich ging es Arno und Opa. Christa war fit. Sie wollte den Baum holen und dann ab nach Hause. „Los steh auf.“, sagte sie zu ihrem Mann, „Der Baum kommt nicht von alleine auf den Anhänger.“ Doch Arno wollte nicht so recht. „Das kann Chris doch machen. Er soll meine Säge nehmen. Laß mich noch ne Stunde liegen.“ Christa war überrascht. Nicht darüber, daß er noch eine Stunde liegen bleiben wollte, auch nicht darüber, daß Arno Chris erlaubte den Baum zu schlagen, sondern darüber, daß Arno Chris seine heißgeliebte Kettensäge zur Verfügung stellte. „Es hat aber ganz tüchtig geschneit heute Nacht. Ich weiß nicht, ob der Wagen das Stück zur Tanne schafft. Vielleicht sollten wir sie lieber zu Fuß hier herholen. „Das schafft der Bengel schon“, sage Arno und schlief wieder ein. Also ging Christa zu Chris und dieser machte sich mit Alex auf den Weg…

Schneechaos

Nach zwei Stunden kam Alex zurück. Mittlerweile waren auch die Männer eineigermaßen wieder klar. „Der Wagen und vor allem der Anhänger stecken fest!“, rief Alex. Christa wirbelte herum. Sie hatte bereits alles gepackt und wartete nur auf die Abfahrt. „Was soll das heißen!?“, entfuhr es ihr. „Na, daß Chris die Karre festgefahren hat uund wir ohne fremde Hilfe nicht rauskommen.“ Christa war außer sich. Sie wollte in jedem Fall heute nach Hause. Also schnappte sie sich ihre ganze Familie und sie machten sich auf den Weg zu dem Baum. Hier stand Chris vor dem Bus und wußte nicht weiter. Der Wagen stand mit der rechten Seite in einer Schneewehe und war durch das planlose Hin – und Herfahren von Chris schon ziemlich tief versunken. Noch schlimmer stand es jedoch um den Anhänger, auf dem bereits der Baum lag. Von diesem war nur noch die oberste Kante der Laebordwanf zu sehen. Chris hatte übersehen, daß sich direkt neben dem Baum ein Bach befand. In diesem steckte nun er Anhänger.
„Los! Wir müssen den Anhänger da raus holen!“, befahl Christa. Alle gehorchten. Mit vereinten Kräften zogen und drückten sie an dem Anhänger herum. Doch er war nicht zu bewegen. Auch nicht, als sie den Baum heruntergeladen hatten. Während ihrer Befreiungsaktion hatte die Familie gar nicht wahrgenommen, daß es angefangen hatte zu schneien. Zunächst nur vereinzelte kleine Flocken, dann immer dichter und immer dickere Flocken. Als auf dem Bus bereits 20 Zentimeter Schnee lag, rief Arno aus: “ Wir sollten und erstmal um den Bus kümmern!“ Hier hatten sich nach geraumer Zeit Erfolg. Gegen 20.00 Uhr stand der Bus vor dem Ferienhaus. Der Anhänger und Baum aber lagen noch im Wald. Draußen wurde das Schneetreiben immer heftiger.

Was für ein Fest

„Und was nun?“, Christa war völlig fertig. „Also heute können wir den Baum nicht mehr holen.“, sagte Arno, „Entweder wir fahren jetzt ohne Baum, oder wir versuchen es morgen früh noch einmal. Aber große Hoffnung habe ich nicht, den Anhänger freizubekommen.“ „Dann müssen wir den Baum halt so mitnehmen.“ „Das paßt doch nicht, Schatz. Es sei denn, wir lassen zwei, drei Leute hier.“ Arno wußte, auf wen er verzichten konnte. „Kommt nicht in Frage. Morgen früh gehen wir zum Nachbarn. Vielleicht hat der einen Trecker. Wenn der den Anhänger rauszieht, ist alles in Ordnung.“, sagte Christa.
In der Nacht schneite es dann so heftig wie seit Jahrzehnten nicht mehr im Harz.
Als Arno um sechs Uhr die Tür öffnen wollte, um sich auf den Weg zum Nachbarn zu machen, scheiterte er schon an der Öffnung. Bis zu zwei Meter Neuschnee hatte es gegeben. Arno konnte das Haus nur über den Balkon verlassen. “ Schau mal, Schatz. Das nenne ich mal weiße Weihnachten.“, sagte er zu Christa, als diese ebenfalls das Chaos sah. „Hier kommen wir ja nie weg!“, entgegnete sie entgeistert.

Weihnachten im Schnee

Arno rief seinen Freund, dem das Haus gehörte, an und fragte diesen nach der Telfonnummer von dem Nachbarn. Schließlich erreichte er den Nachbarn telefonisch. Er schilderte ihm die Lage und legte auf. Erwartungsvoll schaute die Familie Arno an. „Tja. Also.“, stammelte er zunächst, „Das wird wohl nichts. Der Nachbar hat zwar einen Trecker und möchte uns auch helfen, aber zuerst muß er im Ort für Ordnung schaffen. Das wird dauern. Mindestens bis es dunkel wird. Und dann kann er nicht mehr zu uns durch. Aber morgen früh wird er sich sofort um uns kümmern.“ Als Christa dieses Worte gehört hatte, war sie einer Ohnmacht nahe. Weihnachten hier verbringen. Nein, das wollte sie nicht. Ohne Baum, ohne festlichen Schmuck – der Gedanke war grauenhaft.
Christa schnappte sich eine Schneeschaufel und versuche sich einen Weg zu bahnen. Natürlich war dieses Vorhaben zum Scheitern verurteilt, aber abhalten konnte sie keiner.
Wieder einmal waren es die anderen Familienmitglieder, die Initiative zeigten. Allen voran Arno, Malte und Opa. Alex mußte Staude vor den gierigen Blicken von Oma schützen und Anna, Sabine und Chris hatten keine Meinung.

Lustige Weihnachtsgeschichten jetzt bei Amazon finden!

Ein Festessen

Malte stapfte durch den Schnee und sägte die Spitze, die aus dem Schnne hervorragte, von einer Tanne ab. Opa bastelte einen Christbaumständer und suchte nach Gegenständen, die glitzerten und und an den Baum gehängt werden konnten.
Arno nutzte die von Christa freigelegte Schneise bis zum VW Bus. Irgendwie hatte er mit einem solchen Chaos gerechnet und deahlab vorsichtshalber einige der Geschenke mitgenommen und unter der Rücksitzbank versteckt.
Außerdem suchte der nach einem Festtagsessen und wurde fündig. In einem Vorratsschrank entdeckte er mehrere Kilo Spaghetti und eine Auswahl von zwei verschiedenen Soßen.
Anna und Sabine wurden dazu verdonnert, daß Essen zuzubereiten.
Als Oma sah, daß es schon wieder Spaghetti mit Tütensoße am Heiligen Abend geben sollte, mußte sich Alex dauerhaft zwischen Oma und Staude stellen. Zudem untersuchte Opa seine Frau auf mögliche Messer, die sie an ihrem Körper mit sich führte.
Christ kam gegen halb sechs in das Haus. Sie hatte die gesamte Zeit Schnee geschippt, war aber nicht entscheidend vorangekommen. Sie war mit ihren Nerven vollkommen am Ende und wollte nur noch ins Bett.
Doch als sie die Tür zum Wohnzimmer öffnete, mußte sie lachen. In der einen Ecke stand der Baum. Geschmückt mit allerlei glitzerndem Küchenutensilien. Darunter einige Geschenke. Am Tisch saßen Arno, Malte, Anna, Sabine, Opa und Chris. Und in der anderen Ecke standen sich Staude und Oma gegenüber – beschwichtigend dazwischen Alex.
Nun setzten sich alle an Tisch und wünschten sich ein frohes Weihnachtsfest. Mit großem Appetit machten sich alle über die dampfende Schüssel Nudeln her. Die Familie freute sich, den Heiligen Abend gemeinsam feiern zu können. Sie lachten, sangen und vergnügten sich.
Auch Christa freute sich. Denn irgendwie gehört das Chaos bei den Staudes einfach zum Weihnachtsfest dazu.

Download

Ollis Weihnachtsgeschichte 2007 zum Download als pdf



Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *