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Weihnachtsgeschichte 2011: Die lieben Nachbarn

Weihnachtsgeschichte 2011 -  Die lieben NachbarnWie in jedem Jahr hat die Familie Staude auch dieses Jahr wieder ein turbulentes Jahr und eben ein solches Weihnachtsfest erlebt. Zumal wenn die Nachbarn keine Freunde sind. Aber lesen Sie selbst…

Aufräumarbeiten

Nach dem letzten Weihnachtsfest brauchte die Familie Staude bis Mitte Januar, um das Haus wieder herzurichten, in das der große Weihnachtsbaum, vom Auto gefällt, gerutscht war. Zu diesem bedauerlichen Unfall war es ausgerechnet am Heiligen Abend gekommen. Doch die Familie Staude war an unvorhergesehene Pannen an Weihnachten gewöhnt und auch dieses Ereignis konnte die Familie nicht aus der Bahn werfen.

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Schnell wurde die Versicherung informiert und zur großen Überraschung gab es mit der Regulierung keine Schwierigkeiten. Also wurde zügig mit den Reparaturen begonnen.

Mutter Christa war über ihren Schatten gesprungen und hatte der Versicherung ein paar mehr Dinge angegeben, als tatsächlich zerstört worden waren. Die Fassade des Hauses verändere sich daher ein wenig. Denn Christa hatte sich entschlossen das Geld der Versicherung zu nehmen und die Arbeiten selbst durchführen zu lassen. Dadurch konnte noch mehr geschaffen werden.
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Die meiste Arbeit lag natürlich bei Vater Arno. Zwar hatte sich sein Sohn Malte, ein wahrer Tunichtgut, mit großen Worten angeboten zu helfen, als es dann aber soweit war, verschlief er die Einsätze oder war nicht zu Hause. Ebenso verhielt es sich mit Chris, dem wohl gelittenen Freund der Tochter Sabine. Chris hatte tolle Pläne, lieh sich Geld, ging mit viel Elan an die Sache und scheiterte immer grandios. So war es auch dieses Mal. In voller Montur war er erschienen. Zimmermannshose, Werkzeuggürtel und sogar einen Helm hatte er auf. „Bin ja mal gespannt, was nun zu erwarten ist.“, grummelte Arno. Er hatte Zweifel und sollte Recht behalten.

Der Absturz

Bevor es losging, wurden Arno und Chris von Sabine verpflegt. Sie brachte Kakao und Kekse nach draußen. In diesem Moment kam auch die andere Tocher Anna nach Hause. Sie war mit dem Mercedes gekommen, der für den Unfall verantwortlich. Bis zu dem Unfall gehörte dieser Opa. Also bestimmte Oma, “Mit einem Unfallwagen fahre ich nicht”. Nach der Reparatur wurde das Fahrzeug also der Enkelin geschenkt. Das hatte natürlich zu erheblichen Spannungen unter den Kindern gesorgt, denn das Fahrzeug wollten alle haben. Doch Anna hatte sich durchgesetzt und nun fuhr sie mit dem Schlitten durch die Gegend. Selbstverständlich zierten bereits eine erhebliche Anzahl von Beulen den großen Wagen.
Anna gab ein paar kuge Sprüche von sich, machte aber keine Anstände beim Bau zu helfen. Ebenso verhielt es sich mit dem vierten Kind der Familie Staude. Das war Alex. Ein Eierkopf wie er im Buche steht.
Leistungsschüler in allen naturwissenschaftlichen Fächer, aber nicht wirklich lebensfähig. Er verletzte sich bereits beim Griff in die Keksschale, in dem er sich an dem Rand schnitt. Vater Arno schickte ihn weg.

Nachdem nun alle gestärkt waren, stieg Chris mit viel Elan auf die bereits am Haus stehende Leiter. “Warte, ich halte unten fest!”, rief Arno noch aus. Doch, es war zu spät. Chris kam ins Wanken, kam ins Straucheln, wollte sich noch an der Regenrinne festhalten und konnte es denoch nicht verhindern. Er stürzte ab. Mit einem lauten Klatsch kam er auf dem Boden auf. Aufgeweckt durch den Krach kamen alle nach draußen. Mutter Christa, Malte und Anna. Alex saß vor dem Computer und chattete mit drei Freunden. Das es sich dabei um drei Charaktere handelte, die er selbst angelegt hatte, wusste nur er selbst.

Den anderen bot sich ein merkwüdiges Bild. Chris lag auf dem Rücken. Die Leiter auf ihm. Er stöhnte. Arno stand kopfschüttelnd daneben. „Eine Pfeife“, grummelte er vor sich hin.

Erste Hilfe

Chris wurde aufwändig in das Haus getragen und auf das Sofa gelegt. Er stöhnte und jammerte noch immer. Arno schaute sich das zwei Minuten an. Dann sagte er in die Runde: “ Hört mal, er ist genau einen Meter hinunter gefallen.“ Dazu muss man wissen, dass das Dach an der Absturzstelle sehr weit nach unten gezogen war. „Er ist dann in einem Schneehaufen gefallen. Danach hat er sich erst vom Haufen runtergerollt. Die Leiter ist danach auf ihn gerutscht. Der Kerl hat gar nichts!“ Nach fragenden Blicken der anderen gab Chris zu, dass es so geschehen war. Mutter Christa, Anna und Malte wandten sich ab. Sabine pflegte ihn weiter.
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Da Malte nun aber anwesend war, konnte er sich nicht dagegen wehren, nun mithelfen zu müssen. Er trottete hinter Arno nach draussen. Hinter ihm watschelte die Gans Staude mit, Staude lebte seit einigen Jahren im Haus. Eigentlich war sie als Weihnachtsgans vorgesehen gewesen. Doch es brachte keiner über das Herz die Gans um die Ecke zu bringen. Und so lebte Staude mittlerweile als Hausgans mit der Familie zusammen. Hinter der Gans folgte auch noch der Hund Stromer. Stromer war eine Promenadenmischung wie sie im Buche stand und lebte ebenfalls seit einigen Jahren in der Familie.
Die vier gingen also nach draussen und die beiden Männer begannen mit den Arbeiten.

Die Idee

„Wollen wir nicht gleich Steckhülsen für die ganze Weihnachtsdekoration anbringen, die wir immer an dem Haus anbringen?“, fragte Malte. Arno war erstaunt über das aktive Mitdenken seines Sohnens. „Das ist ja mal eine gute Idee. Los wir fahren in den Baumarkt und holen das Notwendige.“ Die vier fuhren los. Arno fuhr, Malte saß auf dem Beifahrersitz, Staude und Stromer hatten es sich auf der Ladefläche gemütlich gemacht. Die beiden Tiere verstanden sich prächtig. Der Anblick war mittlerweile in der Kleinstadt allen bekannt. Arno nahm die beiden auch gerne mal mit in seine Stammkneipe. So wunderte sich auch niemand auf dem Parkplatz des Baumarktes als die vier vorfuhren.

Auf dem Weg zum Regal mit den gewünschten Baumaterialien kamen sie an den Restposten der Weihnachtsgeschäft vorbei. Dabei kam Malte die nächste Idee. „Schau mal, was die noch alles haben.“, sagte er beim Anblick der noch vorhandenen Weihnachtsdekoration. Da gab es noch reichlich Lichterketten und große Weihnachtsmannfiguren und ganze Krippennachstellungen. Die Familie hatte zwar bereits eine erheblichen Menge von Dekomaterialien, aber dennoch entschieden sich sich beiden noch reichlich einzukaufen. Bei der Menge, die sie abnahmen, bekamen sie noch reichlich Rabatt. Schwer beladen kamen die beiden nach Hause. Von dem zusätzlichen Einkauf erzählten Sie Mutter Christa nichts. Das sollte eine Überraschung werden.
Im Weiteren wurden die Baumaßnahmen fertig gestellt und es kam der Sommer.
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Besuch

Im Sommer kamen Oma und Opa zu Besuch. Oma hatte kein Verständnis dafür, dass die Gans Staude im Haus der Tochter lebte. Eine Gans gehörte nach ihrer Vorstellung in den Ofen. Das führte dazu, dass sie regelmäßig Messer und andere Stichwaffen mitbrachte, wenn sie zu Besuch kam. So war es auch diesmal. Ein langes Messer wurde ihr abgenommen. Dennoch verlief der Besuch recht friedlich. Staude, der enorm Respekt vor Oma hatte, zog es vor, draussen in seinem Stall zu wohnen, auch weil es die Temperaturen zuließen. Stromer leistete ihm dabei Gesellschaft. Opa ging regelmäßig mit Arno und Malte in die Kneipe. Er vernachlässigte sein Jurastudium dabei. Aber das war ihm egal. Ebenso wie seine Geschwister wurde er von Oma finanziell gut ausgestattet und so konnte er weiterhin sein sorgenfreies Studentenleben führen.

Oma und Opa waren schon im Sommer gekommen, da sie dieses Mal auf den weihnachtlichen Besuch wirklich verzichten wollten. Noch ein Weihnachtfest mit einer lebenden Gans wollte sich Oma nicht antun. Opa hatte zwar eine andere Meinung, diese jedoch war unmaßgeblich. Oma und Opa hatten die Geschenke bereits dabei. Eine Bescherung wollte Mutter Christa im Sommer jedoch nicht. Daher wurden die Präsente nur eingelagert, um sie dann unter den Weihnachtsbaum zu legen.

Neue Nachbarn

Noch währen der Besuch von Oma und Opa waren in das Nachbarhaus neue Nachbaren eingezogen. Es handelte sich um ein Lehrerehepaar, welches das Haus gemietet hatten.

Die neuen Nachbarn wunderten sich über den Weihnachtsbaum, der im Garen der Staudes stand. Es war Tradition in der Familie Staude, dass der Weihnachtsbaum bereits im März in einer Tannenschonung ausgesucht wurde. Dieser wurde dann samt Wurzeln ausgebuddelt und im Garten der Staudes dann wieder eingepflanzt. Christa wollte, dass der Baum so frisch wie nur möglich war. Also wurde der Baum erst kurz vor dem Fest im eigenen Garten geschlagen. Damit dem Baum bis dahin nichts passierte, stand er in einem eigens dafür angefertigten Verschlag.
„Was haben Sie denn da für einen Bau im Garten?“ fragte die Nachbarin. Selbstverständlich hatte sie einen Doppelnamen. “ Ist der denn bauamtlich überhaupt abgenommen? Gibt es dafür eine Baugenehmigung?“ Arno drehte sich ab. Auf solche Gespräche hatte er keine Lust. Das sollte sich noch als Fehler erweisen.

Das Bauamt

Gerade als Oma und Opa abreisen wollten, klingelte es an der Tür. Ein Mitarbeiter der Stadt stand von der Tür- „Guten Tag, ich komme vom Bauamt. Sie sollen hier ungenehmigte Bauten im Garen haben. Außerdem halten Sie Gänse und Hunde in nicht hinnehmbarer Menge,“ Arno war verwirrt. „Hunde, Gänse“, entgegnete er, „wir haben einen Hund und eine Gans. Und was für einen Bau?“
„Ich weiss, dass sie nur eine Gans und einen Hund haben, aber einer Eingabe muss ich leider nachgehen.“, antwortete der Beamte. „Aber den Bau muss ich mir leider anschauen.“
„Wer hat sie denn hergeschickt?“, fragte Oma. Die Stimme war bestimmt und scharf. Arno war froh, dass er das Messer noch nicht zurückgegenben hatte. „Jemand mit Doppelnamen.“, ließ der Beamte verlauten. Er erkannte sofort, dass es besser war, sofort mit der Wahrheit rauszurücken. „Hätte ich mal das Haus gekauft“, zischelte Oma.
Die beiden reisten ab und der Beamte ging in den Garten. Er erkannte sofort, dass mit dem Bau um den Baum alles in Ordnung war und teilte das auch der Familie Staude mit.
Dennoch war von diesem Tag an alles anders.

Die Videokamera

Die lieben Nachbarn, Doppelname und Lehrer, hatten es auf Staudes abgesehen. Wenn Stromer mal bellte, stand einer der Nachbarn im Garten und meckerte. Ebenso wenn Staude mal vor Freude laut los schnatterte. Gerne riefen sie auch die Polizei an, wenn es ihnen ansonsten zu laut wurde. Zu allem Überfluss hatten Sie auch eine Videokamera auf das Haus der Staudes gerichtet. Die Hinweise von Arno, dass das nicht erlaubt sei, ignorierten sie. Auch sprachen sie nicht mehr miteinander. Arnos Versuche, wurden mit Schweigen und mit Schreiben vom Rechtsanwalt beantwortet. Christa, die sehr darunter litt, ständig beaobachtet zu werden, beschloss, auf die Schreiben nicht zu reagieren. Allerdings fühlten sich alle beobachtet und nicht mehr wohl.
An einem Abend im Oktober passierte es. Malte hatte sich mit Freunden getroffen und kam recht angeheitert, wie er sagte, bettfertig, nach Hause. Die Kamera war noch immer da und voll auf den Eingangsbereich des Hauses von Staudes gerichtet. Da hatte Malte eine super Idee. So fand der zumindest. Er stellte sich vor die Tür, zog seine Hose herunter und wackelte mit entblößtem Hinterteil vor der Kamera.
Am nächsten Morgen wurde die Familie von einem gellenden Kreischen aufgeschreckt. Die Nachbarin hatte sich die Aufnahmen der Nacht angeschaut und war durch den Anblick in ihrer Ehre verletzt worden. Für sie war das ein persönlcher Angriff. Ihre Wertvorstellungen waren vollkommen durcheinander geraten. Sofort rief sie ihren Anwalt an und dieser fertigte noch am gleichen Tag eine Unterlassungsverfügung.
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Diese traf am darauf folgenden Tag ein. Arno war entsetzt. Er war bislang um alle Streitigkeiten herumgekommen und nun dies. Die Familie traf sich zum Krisengespräch am Küchentisch. „Was machen wir denn nun?“, fragte Christa. Anna hatte keine Meinung. Ihr war es zwar nicht recht, dass die Nachbarn mitbekamen, dass sie regelmäßig andere männliche Begleiter mitbrachte, aber dennoch hatte sie keine Lust sich darum zu kümmern. Sabine, die mit Chris ebenfalls da war, hatte ebenfalls keine Idee. Chris hingegen hegte sofort wüste Zerstörungsfantasien. „Wir bauen eine Schleuder und beschießen das Ding!“, rief er aus. „Keine Gewalt, nein das möchte ich nicht.“, entgegnete Christa. „Ich werde mal schauen, ob ich mich in das W-Lan Netz und in den Computer der Nachbarn einhacken kann“, sagte Alex. „wollen wir doch mal sehen, was die so alles von uns haben.“ Christa und Arno sagten dazu nichts. Zum einen verstanden sie nicht wirklich, was er vorhatte, zum anderen waren sie froh, dass er überhaupt es machen wollte.
„Vielleicht sollte man das mal juristisch prüfen lassen.“, meine Arno und alle schauten auf einmal zu Malte, dem Jurastudenten. „Ähm, naja.“, stammelte der, „das kommt erst im nächsten Semester, vielleicht.“ „Du wirst doch wohl mal einen Blick in deine Bücher werfen können!“, bestimmte Christa. Sie versprach sich zwar nicht viel davon, also machte die für Arno parallel einen Termin beim Rechtsanwalt.

Maltes Geniestreich

Malte ging an seinen Rechner und recherchierte. Dabei stieß er auf Internetseiten, auf denen man sich alle Gesetze ansehen konnte. Er wusste gar nicht, dass es so etwas gab. Zwei Stunden später kamen er und Alex zeitgleich in das Wohnzimmer, wo die anderen gerade saßen und Inventur machten. Mutter Christa kaufte immer im Februar die Nahrungsmittel für das Essen am Heilgen Abend. Es gab, das war Tradition, Spaghetti und Soße. Die Vorräte wurden in dreifacher Ausführung eingekauft und an verschiedenen Orten aufbewahrt. Zu viel war in der Vergangenheit geschehen.
Nun also kam Alex aufgeregt in das Zimmer und plapperte drauflos: „Die haben eine riesige Datenbank über uns! Alles ist dokumentiert! Schon interessant was so alles vor unserer Tür passiert! Papa, ich dachte du rauchst nicht mehr! Chris, du Zeitungsdieb! Staude und Stromer, das kleine Geschäft kann auch ruhig auf dem Rasen erledigt werden und nicht auf den Treppen! Anna, was sind das alles für Typen!“ Weiter kam er nicht. Anna hatte ihm schmerzvoll vor das Schienbein betreten. Die anderen hatten das aber nicht mitgekommen. Arno schaute schuldig zur Seite, Chris ebenso, auch Staude und Stromer fühlten sich ertappt. Christa tadelte alle mit einem Kopfschütteln.
„Ich habe auch etwas ermittelt!“, rief nun Malte aus. Alle schauten nun ihn an. Ungläubig. „Ja“, fuhr er fort, „der Antrag ist unzulässig. Bevor so etwas vor Gericht kommt, müssen die zunächst einen Schiedsmann beauftragen.“ Er strahlte dabei richtig. „Ist das wahr?“, fragte Arno ungläubig. „Ja, ganz sicher!“

Zwei Tage später fuhren Arno und Malte zum Gerichtstermin. Malte trat selbstbewußt auf. Der Rechtsanwalt der Nachbarn, die natürlich auch da waren, pollterte los. Er war sich ganz sicher. Nachdem er fertig war und der Richter Arno fragte, was er einzwenden habe, ergriff Malte das Wort und trug mit fester Stimme und mit einem Grinsen im Gesicht den Gesetzestext vor. „… ist zunächst der zuständige Schiedsmann anzrufen. Vorher ist die Anrufung des Gerichts unzulässig.“, endete er seinen Vortrag. Der Richter ließ sich den Zettel mit dem Gesetz zeigen. Sie kannte es bis zu diesem Zeitpunkt auch nicht. Der Rechtswanwalt der Nachbarn wurde kreidebleich. Auch für ihn war das neu. „Also gut, dann ist das hier wohl erledigt“, schloss der Richter die Verhandlung. Arno und Malte triumphierten.

Das Schiedsverfahren

Natürlich ließen die Nachbarn diese Niederlage nicht aus sich sitzen. Sie fuhren umgehend zum Schiedsmann und dieser lud die Parteien zu einer Schlichtungsverhandlung ein.
Auch dieses Verfahren, es war mittlerweile Mitte November, endete in einer vollständigen Niederlage der Nachbarn. Staudes brachten alles vor, die Kamera, die Datenbank mit den Aufnahmen. Sogar ein Lärmprotokoll legten sie vor, aus dem sich ergab, dass alles in Ordnung war.
Das Schiedsverfahren endete damit, dass die Nachbarn die Kamera abbauen mussten, die Aufnahmen herausgeben mussten und sich verpflichten mussten, solche Aufnahmen nicht mehr anzufertigen. „Na das haben sie sich wohl anders vorgestellt.“, feixte Arno bei der Verabschiebung. Die Familie Staude genoss die wieder erlangte Freiheit. Und doch sollten es noch sehr turbulent zugehen.

Der 1. Advent

Zum ersten Advent durfte Arno die Beleuchtung an dem Haus anschalten. Nur er und Malte wussten, dass diese noch heller, noch schöner sein würde, als in den Jahren davor. Pünktlich um 18.00 Uhr versammelte sich die Familie, Freunde, Bekannte und die Nachbarn, mit Ausnahme der Doppelnamenträger, vor dem Haus. Arno hatte ein Art Startknopf gebaut. Auf diesen drückte er nun. Mit einem gleißenden Blitz erstrahlte das Haus in einem Meer von Lichterketten und Figuren. Alle Versammelten beglückwünschten Arno zu seinem Werk und Christa war ganz gerührt über die vielen Neuerungen. Am besten gefiel allen, dass es auch noch anfing zu schneien. Erst zaghaft, dann immer heftiger. Der Schnee verwandelte alles in eine herrliche Schneelandschaft. Das Weihnachtsfest konnte kommen.
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In der nächsten Zeit war das Haus immer in der Zeit von 17.00 bis 21.00 Uhr hell erleuchtet. Es kamen viele Schaulustige vorbei und ergötzten sich an dem Anblick. Malte und Anna verkauften vor dem Haus Glühwein und Waffeln, das Geschäft lief prächtig. Natürlich kam bereits beim zweiten Verkaufstag das Ordnungsamt, alarmiert von den Nachbarn. Doch Malte hatte vorgebaut. Er hatte ein Gewerbe angemeldet und da sie die Sachen auf dem eigenen Grundstück anboten, konnten sie ihrem Geschäft weiter nachgehen. Anna mochte die Arbeit zwar nicht, sie merkte aber, dass sich damit richtig Geld verdienen ließ. Also kleidete sie sich als Weihnachtengel, flirtete mit den Männern und kam den neuen sündhaft teuren Schuhen immer näher. Malte gefiel es, den Glühwein auszuschenken. Er war zwar nicht sein bester Kunde, aber er war nah dran. Außerdem kamen seine Freunde fast immer dazu, so dass sie eine Menge Spass hatten. Noch ahnte keiner, was noch kommen sollte.

Der nächste Angriff

Natürlich konnten die Lehrernachbarn den Anblick und den Trubel nicht ertragen.
Sie waren von der Beleuchtung zwar nicht gestört, da sie nach der Schiedsverhandlung einen 3 Meter hohen Zaun gebaut hatten, dennoch wollten die der Familie Staude die Freude an der Beleuchtung nicht gönnen. Sie wussten auch, wie sehr sich gerade Mutter Christa auf das Fest freute. Also heckten sie den nächsten Angriff aus. Eine neue Unterlassungsverfügung, eine gegen die Beleuchtung musste her. Also wurde wieder der Anwalt beauftragt. Dieses Mal wollte er ganz schlau sein. Er wusste, dass der Richter im Urlaub war und eine Vertretung da war, die sich nicht sonderlich viel Arbeit machte. Also stellte er am 22. Dezember den Antrag, dass es der Familie Staude untersagt sei, in der Zeit von 15.00 bis 08.00 Uhr die Beleuchtung anzumachen. Das sollte ihnen nur davor erlaubt sein. Und richtig, der Vertretungsrichter unterschrieb die Verfügung ungeprüft. Schon am nächsten Morgen liessen sie diese durch den Gerichtsvollzieher zustellen. Ein Einspruch war zwar möglich, aber der Termin, an diesem hierüber entscheiden werden konnte, war erst am 27. Dezember möglich.
Familie Staude und allen voran Christa waren verzweifelt. Ein Fest ohne die Beleuchtung, nein das wollten sie nicht. Sie war am Boden zerstört. Gerade in diesem Moment rief Oma an. Christa berichtete ihr von den Neuerungen und nun war Oma in ihrer Ehre verletzt. Ihrer Tochter das Fest zu verleiden – das nahm sie nicht hin. Obwohl sie eigentlich zu Hause bleiben wollten, befahl sie Opa das Auto vorzufahren. Rasch hatte sie gepackt und schon ging die Reise los. In der Eile vergass sie auch, die für sich und Opa eingekaufte und bereits fertig gemachte Gans einzupacken. Dann halt Spaghetti und Soße. Dachte sie sich. Dass sie allerdings auch das Messer vergessen hatte, dass ärgerte sich doch. Der Gedanke, an einem Tisch mit der Gans Staude zu sitzen, der behagte ihr nicht.
Am Abend kamen sie an und beratschlagten, was zu tun sei. Angestachelt wurde Oma noch durch das hämische Grinsen der Doppelnamenträger, das ihr bei der Ankunft nicht verborgen geblieben war. Zunächst bracht der Abend aber keine Lösung.

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Der Heilige Abend

„Ich hab es!“, rief Malte am frühen Nachmittag des 24. Dezember aus. „Wenn wir den Richter hier herholen und ihm das zeigen, dann kann er die Verfügung zurücknehmen. Ob das wirklich stimmte und er es vielleicht in einer Vorlesung gehört hatte, wurde nicht hinterfragt. Arno zweifelte daran, denn seit dem Glühweinverkauf hatte er nicht mitbekommen, dass Malte zur Uni gefahren war.
„Klasse! Das machen wir!“, Oma sprang auf und zog sich den Mantel an. „Wo finden wir den Richter?“ „Das ist das Problem, der Vertretungsrichter ist nun auch im Urlaub. Für diese Angelegenheit ist keiner zuständig.“, antwortete Arno. Die Information hatte er telefonisch erhalten. „Aber der eigentliche Richter ist zu Hause. Das weiss ich genau.“ meldete sich Anna zu Wort. Auf die fragende Blicke antwortete sie etwas ausweichend, dass sie den gestrigen Abend mit dessen Enkel verbracht habe. Der Richter wohne im gleichen Haus wie der Enkel. „Weisst Du denn noch, wo das ist?“, fragte Malte schelmisch. „Ja natürlich.“, zischte sie. Das es hell war, als sie nach Hause gegangen war, behielt sich aber für sich.
Oma schnappte sich Anna, Arno und Opa und Malte musste fahren. Nach wenigen Minuten erreichten sie das Haus. Oma ging an die Haustür und klingelte. Nach kurzer Zeit war sie zurück. Wie sie denn Richter überzeugt hatte, blieb ihr Rätsel. In jedem Fall machte er den Eindruck, dass er erkannt hatte, dass es keinen Sinn gemacht hätte, sich gegen Oma zu wehren.
„Er wird gegen 17.00 Uhr, wenn es dunkel wird, bei uns sein.“, sagte Oma.

Das Lichtermeer

Christa, Alex Sabine und Chris waren zur Kirche gegangen. Sie hatten keine große Hoffnung, dass der Richter tatsächlich etwas machen würde, und wollten zumindest den hell strahlenden Stern in der Kirche geniessen.
Doch der Richter hielt Wort. Punkt 17.00 Uhr war er dort. Vorher war er noch im Gericht gewesen und hatte die Akte geholt.
„Dann machen Sie doch mal bitte das Licht an.“, sagte er zu Arno. Die Nachbarn hatten natürlich mitbekommen, dass sich irgendetwas abspielte, doch noch hielten sie sich zurück.
Das Haus erstrahlte im hellen Glanz. Der Richter war begeistert. Zudem kamen in diesem Moment viele Familien aus der Kirche nach Hause und bleiben vor dem Haus stehen und erfreuten sich an dem Anblick. Schnell bildete sich eine Menschtraube und alle wünschten sich eine frohes Fest. „Diese Verfügung ist ab sofort aufgehoben.“, verkündete der Richter, „So etwas schönes und passendes darf nicht verboten sein.“ Er macht einen handschriftlichen Vermerk und überreichte diesen Arno. Nun kamen die streitbaren Nachbarn und protestierten lautstark. Doch das interessierte den Richter nicht. Er bedachte sich mit passenden Worten und sie zogen sich beleidigt zurück. Stromer bellte vor Freund und Staude stimmte schnatternd mit ein. Der Richter fuhr glücklich nach Hause.
In diesem Moment kam auch Christa nach Hause. Sie strahlte fast noch heller als das Haus, als Arno ihr verkündete, dass die Verfügung aufgehoben war. Voller Freude gingen alle in das Haus und jeder beteiligte sich daran, dass Weihnachtsessen vorzubereiten. Nach kurzer Zei saßen alle an der festlich geschmückten Tafel, lachten, tauschten die Geschenke aus und erfreuten sich an dem natürlich festlich geschmückten Baum im Wohnzimmer. Kurz vor der Bescherung sagte Arno lachend zu der Familie „Also langweilig wird es bei uns wirklich nie. Ich bin gespannt, was uns im nächsten Jahr erwartet. Alle stimmten lachend mit ein.

Fröhliche Weihnachten!!!

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